Wenn eine thailändische Garküche ein Lieblings-Soundtrack hätte, wäre es das Zischen dieses Wok-Klassikers: Pad Kra Pao – aromatisch, scharf, in Minuten fertig. In Thailand ist es echtes Soulfood und so allgegenwärtig wie bei uns das belegte Brötchen – nur mit mehr Feuer und Basilikumduft.
Was ist Pad Kra Pao?
Pad Kra Pao (auch Pad Krapow, Pad Ka Prao) ist ein blitzschneller Wok-Stir-fry mit gehacktem Fleisch, Knoblauch, Chilis und – als Star – heiligem Basilikum (Bai Krapao). Serviert wird es traditionell über dampfendem Jasminreis und oft mit einem knusprig gebratenen Spiegelei on top – das Eigelb mildert die Schärfe und macht den Bissen herrlich cremig.
Zutaten (für 2–4 Personen)
Für das Stir-fry
– 500 g Hähnchenbrust oder -keule, sehr fein gehackt (alternativ: 500 g gemischtes Hack oder vegane Würfel/Tofu)
– 4–6 Knoblauchzehen, fein gehackt
– 3–6 Thai-Chilis (Bird’s Eye), fein gehackt; milder: 1–2 rote Fresno/rote Chilischoten, entkernt und fein gehackt
– 1 kleine Zwiebel oder 2 Schalotten, in dünne Spalten
– Optional: 80–120 g grüne (lange) Bohnen in 2–3 cm Stücken, oder Paprika in feinen Streifen
– 2 EL neutrales Öl (z. B. Erdnuss-, Raps- oder Sonnenblumenöl)
– 2–3 Handvoll frische Basilikumblätter: idealerweise Heiliges Basilikum (Bai Krapao); ersatzweise Thai- oder italienisches Basilikum
Für die Soße
– 1 EL Fischsoße
– 1 EL helle Sojasoße
– 1 EL Austernsoße
– 1 TL dunkle Sojasoße (sorgt für Farbe und Tiefe)
– 1–2 TL Zucker (Palmzucker ideal, sonst weiß/braun)
– 2–3 EL Wasser oder Hühnerbrühe
Zum Servieren
– 2–4 Eier (für thailändisches Spiegelei)
– Frisch gekochter Jasminreis
– Optional: Limettenspalten und Prik Nam Pla (Fischsoße mit Chili und Limette)
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1) Mise en Place – alles startklar machen
– Knoblauch und Chilis sehr fein hacken. Tipp: Wer einen Mörser hat, zerreibt beides mit einer Prise Zucker zu einer Paste – so entfalten sich die ätherischen Öle maximal.
– Zwiebel/Schalotten in feine Spalten schneiden, Bohnen vorbereiten.
– Alle Soßenzutaten in einer Schüssel verrühren, bis sich der Zucker löst. Abschmecken: salzig-umami mit sanfter Süße – genau das wollen wir.
2) Wok vorheizen
– Wok oder große schwere Pfanne 1–2 Minuten stark vorheizen, bis er sehr heiß ist. 2 EL Öl hineingeben und schwenken, bis der Boden glänzt.
3) Aromaten anrösten
– Knoblauch und Chilis in das heiße Öl geben. 15–30 Sekunden rühren, nur bis es duftet. Tipp: Wird der Knoblauch zu dunkel, wird er bitter – lieber früh das Fleisch dazugeben.
4) Fleisch braten
– Gehacktes Hähnchen hinzufügen. Mit dem Pfannenwender sofort in kleine Krümel drücken, damit nichts klumpt. Auf hoher Hitze 2–3 Minuten braten, bis es gerade durchscheinend-opak ist.
5) Soße einarbeiten
– Die vorbereitete Soße angießen. Alles kräftig schwenken, sodass das Fleisch rundum glasiert. 1–2 Minuten einkochen lassen. Richtige Konsistenz? Die Flüssigkeit sollte sirupartig an Fleisch und Pfanne haften, nicht suppig wirken. Zu dick? Ein Schluck Wasser. Zu dünn? 30–60 Sekunden weiter auf hoher Hitze reduzieren.
6) Gemüse kurz mitgaren
– Zwiebeln/Schalotten und ggf. Bohnen/Paprika zugeben. 60–90 Sekunden rühren, bis sie knackig-zart sind. Wir wollen Biss und Frische, keinen Gemüseeintopf.
7) Basilikum unterheben
– Herd ausschalten. Basilikumblätter dazugeben und nur 10–20 Sekunden unterheben, bis sie zusammenfallen. Tipp: Nicht „mitköcheln“ – sonst werden die Blätter schwarz und verlieren Aroma.
8) Thai-Style Spiegelei
– In einer kleinen Pfanne 0,5–1 cm Öl auf mittelhoher bis hoher Hitze erhitzen, bis es schimmert. Eier einzeln hineingleiten lassen. Die Ränder sollen sofort sprudeln und goldbraun werden. Mit heißem Öl die Eiweiße überlöffeln, bis sie gestockt sind; das Eigelb darf weich bleiben. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
9) Anrichten
– Jasminreis in Schalen geben, das Basilikum-Hähnchen darüber, pro Portion ein Spiegelei on top. Nach Wunsch mit Limettensaft und etwas Prik Nam Pla veredeln.
Tipps & Variationen
– Schärfegrad: Starte moderat und taste dich heran. Die Kombination aus Chili, Knoblauch und Fischsoße ist intensiv – das Eigelb balanciert sie aus.
– Heiliges Basilikum finden: In Asialäden oder saisonal auf Märkten; ersatzweise Thai- oder italienisches Basilikum verwenden – beide funktionieren gut und liefern ein frisches, anisig-pfeffriges Profil.
– Protein wechseln: Klassisch geht auch Schwein oder Rind; Garnelen sind fantastisch, Tofu/Mushrooms machen eine tolle vegane Version.
– Pfannenpower: Ein wirklich heißer Wok ist der halbe Erfolg. Brate lieber in zwei Durchgängen, wenn deine Pfanne klein ist – so bleibt alles röstaromatisch statt zu dünsten.
– Meal-Prep: Die Soße hält im Kühlschrank 1–2 Wochen. Knoblauch-Chili-Paste kann vorab zubereitet werden.
Servieren & Aufbewahren
– Direkt aus der Pfanne schmeckt Pad Kra Pao am besten. Reste luftdicht verpackt bis zu 2 Tage im Kühlschrank; in der Pfanne mit einem Schluck Wasser auffrischen.
Quellen und weiterführende Links (SEO):
• Hot Thai Kitchen – Pad Kra Pao (Holy Basil Chicken) – ausführliche Anleitung, Video & Varianten. ([hot-thai-kitchen.com](https://hot-thai-kitchen.com/holy-basil-stir-fry/?utm_source=openai))
• Serious Eats – Stir-Fried Chicken with Holy Basil – Hintergrund zu Basilikumarten & schnelle Technik. ([seriouseats.com](https://www.seriouseats.com/stir-fried-chicken-with-holy-basil?utm_source=openai))
• Bon Appétit – Pad Kra Pao – schnelle Alltagsversion mit Tipps zu Chili- und Basilikum-Alternativen. ([bonappetit.com](https://www.bonappetit.com/recipe/pad-kra-pao?utm_source=openai))
• The Guardian – „How to make the perfect pad kra pao“ – kulturelle Einordnung & Serviertradition mit Ei. ([theguardian.com](https://www.theguardian.com/food/2021/oct/13/how-to-make-the-perfect-pad-kra-pao-or-thai-stir-fry-recipe?utm_source=openai))



