Wenn es draußen grau ist und du dir einen Löffel Urlaub wünschst, ist „Tom Kha Gai“ die schnelle Antwort: eine thailändische Kokos-Suppe, die gleichzeitig cremig, frisch und angenehm pikant schmeckt. In Bangkok ist sie Alltagsküche – bei dir zu Hause wird sie im Handumdrehen zum neuen Lieblingsrezept.
Zutaten (für 2–4 Personen)
- 400 ml Kokosmilch (ungesüßt, cremig)
- 400 ml Hühnerbrühe (oder Gemüsebrühe)
- 300 g Hähnchenbrust oder -keule, in dünne Scheiben geschnitten
- 150–200 g Champignons oder Strohpilze, in Scheiben
- 1–2 Stängel Zitronengras, nur der helle Teil, mit dem Messerrücken angedrückt und in 5-cm-Stücke geschnitten
- 4–6 Scheiben frischer Galgant (alternativ: 1 Stück Ingwer + etwas Limettenschale; Geschmack wird anders, aber frisch)
- 5–6 Kaffir-Limettenblätter, leicht eingerissen
- 2–3 Thai-Chilis (rot), im Ganzen oder in dünne Ringe (Schärfe nach Geschmack)
- 2–3 EL Fischsauce (oder Sojasauce für eine pescetarische/leicht andere Variante)
- 1–2 EL Limettensaft, frisch gepresst
- 1 TL Palmzucker oder brauner Zucker (optional, für Balance)
- 2 EL Nam Prik Pao (thailändische geröstete Chilipaste, optional für Farbe und Tiefe)
- Frische Korianderblätter und Frühlingszwiebeln zum Garnieren
- Optional: 6–8 Kirschtomaten, halbiert
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Aromen wecken: Zitronengras mit dem Messerrücken kräftig anklopfen – so platzen die ätherischen Öle auf. Galgant in 3–5 mm dünne Scheiben schneiden. Kaffir-Limettenblätter entlang der Mittelrippe einreißen. Dieser kleine Aufwand sorgt später für den „Wow“-Duft.
- Basis ansetzen: 200 ml Kokosmilch in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze zum sanften Simmern bringen. Nicht sprudelnd kochen – Kokosmilch mag es gemütlich. Zitronengras, Galgant, Kaffir-Limettenblätter und (falls genutzt) Nam Prik Pao zugeben und 3–4 Minuten ziehen lassen, bis die Küche nach Urlaub duftet.
- Brühe und Pilze: Brühe und die restliche Kokosmilch angießen, einmal aufkochen, dann auf mittlere Hitze reduzieren. Pilze (und Kirschtomaten, wenn gewünscht) zufügen und 3–4 Minuten garen. Tipp: Pilze vorher nicht waschen, sondern nur mit einem Pinsel säubern – so nehmen sie keine zusätzliche Flüssigkeit auf und bleiben aromatisch.
- Hähnchen sanft garen: Die Hähnchenscheiben in die heiße, nicht sprudelnd kochende Suppe gleiten lassen. 4–6 Minuten pochieren, bis das Fleisch zart und gerade eben durch ist. Ein leises Simmern verhindert, dass das Fleisch zäh wird.
- Würzen: Fischsauce und eine Prise Zucker einrühren. Mit Chiliringen nach Schärfewunsch abschmecken. Probiere einmal – die Suppe sollte jetzt ausgewogen herzhaft und leicht süß schmecken, die Säure kommt gleich.
- Säure am Ende: Topf vom Herd ziehen und erst jetzt den Limettensaft hinzufügen. Ganz wichtig: Säure nicht kochen lassen, sonst wird die Suppe schnell bitter und die Kokosmilch kann ausflocken.
- Konsistenz checken: Tom Kha darf cremig, aber nicht dick sein. Ist sie zu kräftig, etwas heißes Wasser oder Brühe zugeben; ist sie zu mild, noch einen Schuss Fischsauce oder einen Klecks Nam Prik Pao unterrühren.
- Anrichten: Zitronengras, Galgant und Kaffir-Limettenblätter sind Aromengeber – traditionell bleiben sie in der Suppe, werden aber beim Essen zur Seite geschoben. Wer mag, fischt sie vorher heraus. Mit Koriander und Frühlingszwiebeln bestreuen.
- Servieren: Sofort heiß genießen, ideal mit Jasminreis oder als Solo-„Bowl“ für ein leichtes Abendessen.
Tipps für Anfänger und Varianten
- Galgant vs. Ingwer: Echte Tom Kha lebt vom Zitrus-Pfeffer-Aroma des Galgants. Wenn du nur Ingwer bekommst, ergänze etwas Limettenschale – das kommt der frischen, zitronigen Note näher (wenn auch nicht identisch).
- Schärfe kontrollieren: Ganze Chilis geben Aroma ohne zu viel Hitze. Schneidest du sie an, wird’s deutlich schärfer. Kerne entfernen = milder.
- Vegetarisch/Vegan: Hähnchen durch feste Tofuwürfel ersetzen, Fischsauce durch helle Sojasauce oder vegane „Fisch“-Sauce austauschen, Brühe pflanzlich wählen.
- Meal-Prep: Brühe mit Aromaten (Zitronengras, Galgant, Kaffir-Limettenblätter) lässt sich 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Fleisch, Pilze und Limettensaft erst beim Aufwärmen zugeben – so bleibt alles frisch und zart.
- Die perfekte Balance: Thailändische Küche lebt vom Spiel aus salzig, sauer, süß und scharf. Taste dich in kleinen Schritten heran: ½ EL Fischsauce, ½ EL Limettensaft, dann erneut probieren.
Serviervorschläge
Reiche dazu duftenden Jasminreis, ein paar frische Limettenspalten und extra Koriander. Als Menü passt ein knackiger Gurkensalat mit Reisessig und Sesam sowie ein fruchtiges Dessert wie Mango mit Klebreis. Für ein Streetfood-Feeling stell eine kleine Schale geröstete Chilipaste auf den Tisch – wer möchte, verleiht seiner Suppe damit mehr Tiefe und Farbe.
Quellen & weiterführende Lektüre (SEO): Authentic Tom Kha Gai – Hot Thai Kitchen • Tom Kha Gai Recipe – Serious Eats • Hintergrund zu Tom Kha – Wikipedia



