Manche Thai-Currys sind cremig wie ein Kurzurlaub in der Kokosnuss – Gaeng Pa ist das Gegenteil: wild, kräuterduftig und herrlich leicht. Das „Jungle Curry“ kommt traditionell ohne Kokosmilch aus und setzt ganz auf frische Aromen, knackiges Gemüse und eine Brühe, die vor Chili, Zitronengras und Kaffir-Limette tanzt.
Zutaten (für 2–4 Personen)
– 400 g Hähnchenschenkel ohne Knochen, in dünne Streifen geschnitten
– 2–3 EL rote Thai-Currypaste oder Jungle-Curry-Paste (je nach gewünschter Schärfe)
– 2 EL neutrales Öl (z. B. Raps- oder Erdnussöl)
– 400 ml Hühnerbrühe oder Wasser
– 2 Stängel Zitronengras, mit dem Messerrücken leicht angedrückt, in 5-cm-Stücke geschnitten
– 4 Kaffir-Limettenblätter, in Stücke gezupft (Mittelrippe entfernen)
– 4 dünne Scheiben Galgant (Ersatz: frischer Ingwer, dann etwas weniger verwenden)
– 150 g Thai-Auberginen (vierteln; Ersatz: 1 kleine Zucchini in Würfeln)
– 100 g Bambussprossen, in feine Streifen
– 150 g grüne Bohnen, geputzt und halbiert
– 1 kleine Handvoll frische grüne Pfefferkörner am Stil (optional) oder 1 TL grob zerstoßener schwarzer Pfeffer
– 2–3 rote Thai-Chilis, schräg in Ringe
– 1–1,5 EL Fischsauce (nach Geschmack)
– 1 TL Palmzucker oder brauner Zucker
– 1 Handvoll Thai-Basilikum (heiliges Basilikum/Holy Basil oder süßes Thai-Basilikum)
– Saft von 1/2 Limette (optional, für frische Säure)
– Frischer Koriander zum Bestreuen
– Duftender Jasminreis als Beilage
Zubereitung Schritt für Schritt
1) Vorbereitung & Reis: Als Erstes Jasminreis nach Packungsangabe aufsetzen, damit er zeitgleich fertig ist. Alle Zutaten bereitstellen (Mise en Place): Gemüse schneiden, Kräuter zupfen, Brühe abmessen. Tipp: Je dünner das Hähnchen geschnitten ist, desto schneller und saftiger gart es.
2) Currypaste „aufwecken“: Einen Wok oder einen weiten Topf auf mittlere bis hohe Hitze bringen. Öl hineingeben und die Currypaste 30–60 Sekunden anrösten, bis sie duftet und sich das Öl leicht rot färbt. Wichtig: Rühren, damit nichts anbrennt – das macht die Paste aromatisch und nimmt ihr rohe Schärfe.
3) Fleisch anrösten: Hähnchenstreifen in den Wok geben und 1–2 Minuten rundum anbraten, bis sie leicht Farbe nehmen. Keine Panik, wenn es am Boden etwas ansetzt – das gibt später Geschmack.
4) Mit Brühe aufgießen: Brühe oder Wasser angießen, kurz aufkochen. Zitronengras, Kaffir-Limettenblätter und Galgant einlegen. Hitze auf mittel reduzieren und 5–8 Minuten leise köcheln lassen, bis das Fleisch fast gar ist. Tipp: Wenn das Curry zu wild sprudelt, wird das Fleisch trocken – lieber sanft simmern.
5) Gemüse garen: Thai-Auberginen (oder Zucchini), grüne Bohnen und Bambus hinzufügen. 5–7 Minuten köcheln, bis das Gemüse bissfest ist. Das Jungle Curry hat eine dünne, klare Brühe – richtig ist es, wenn die Oberfläche schimmernd wirkt und die Aromen intensiv sind.
6) Schärfe und Tiefe: Chilis und grüne Pfefferkörner (oder zerstoßenen Pfeffer) einrühren. Mit Fischsauce und Palmzucker abschmecken. Erst kosten, dann nachwürzen – Fischsauce liefert Salz und Umami, Zucker bindet die Schärfe dezent.
7) Finaler Kräuter-Kick: Herd ausschalten. Thai-Basilikum unterheben, optional mit einem Spritzer Limettensaft abrunden. Zitronengras- und Galgantstücke vor dem Servieren wieder herausfischen.
8) Servieren: Jungle Curry in Schalen füllen, mit Koriander bestreuen und sofort mit dampfendem Jasminreis servieren. Tipp: Für extra Aroma die Kaffir-Limettenblätter kurz zwischen den Fingern reiben, bevor du sie ins Curry gibst – so lösen sich die ätherischen Öle besser.
Tipps & Variationen
– Schärfe steuern: Mit 2 EL Currypaste wird es angenehm pikant, mit 3 EL deutlich feurig. Starte vorsichtig und arbeite dich hoch.
– Gemüse tauschen: In Thailand sind Erbsenauberginen typisch. Wenn du keine bekommst, sind Zucchini, Paprika oder Brokkoliröschen gute Alternativen – immer nur so lange garen, bis sie bissfest sind.
– Brühe statt Kokos: Gaeng Pa lebt von einer klaren, aromatischen Basis. Wenn du es minimal runder magst, gib 1–2 EL Kokosmilch nur zum Abrunden dazu – dann ist es nicht mehr ganz klassisch, aber immer noch leicht.
– Veggie-Variante: Ersetze Hähnchen durch festes Tofu oder Austernpilze und würze mit Sojasauce statt Fischsauce. Brühe dann am besten mit Gemüsefond ansetzen.
Servieren & Aufbewahren
– Perfekte Konsistenz: Die Brühe soll leicht und aromatisch sein – wenn sie zu dünn schmeckt, 2–3 Minuten ohne Deckel einköcheln; ist sie zu kräftig/salzig, mit etwas Wasser oder Brühe verlängern.
– Resteverwertung: Gekühlt hält das Curry 2 Tage. Beim Aufwärmen einen Schluck Wasser zufügen und die Kräuter frisch ergänzen.
Quellen & weiterführende Infos (externe Links): Gaeng Pa – Wikipedia • Hot Thai Kitchen: Jungle Curry • Serious Eats: Thai Curry Paste Basics



