Schon mal von Thai Rock gehört?
Hand aufs Herz: Die meisten von uns verbinden Thailand musikalisch mit Pop, Karaoke‑Klassikern oder den ein oder anderen Urlaubs‑Ohrwürmern aus einer Strandbar. Aber Thai Rock? Dahinter steckt eine lebendige Szene voller erstklassiger Musiker, eingängiger Melodien und überraschend druckvoller Gitarren. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Hier entsteht Musik, die Herz und Bauch gleichzeitig trifft – auch wenn man kein Wort Thai spricht.
Wer ist Labanoon?
Wenn es um Thai Rock geht, führt kaum ein Weg an Labanoon vorbei – einem Trio aus Bangkok, das seit Ende der 1990er aufmischt. Die Band besteht heute aus Metee (Met) Arun an Gesang/Gitarre, Anan Saman am Bass und Nattanon Srisaranon am Schlagzeug. Ihr Name bedeutet auf Arabisch so viel wie „Milch“ – ein augenzwinkernder Verweis auf die Einfachheit und Ehrlichkeit ihrer Musik. Nach einer Pause in den 2000ern legten Labanoon ab 2012 wieder los und stehen inzwischen bei genie records (GMM Grammy) unter Vertrag.
Dass sie in Thailand Superstars sind, zeigen nicht nur ausverkaufte Shows, sondern auch ihre Erfolge im Netz: Der Mega‑Hit „เชือกวิเศษ“ (Chueak Wiset – „Magic Rope“) hat längst die Marke von 500 Millionen YouTube‑Views überschritten. Auch „แพ้ทาง“ (Pae Thang) und „ใจกลางเมือง“ (Jai Klang Mueang) kratzen bzw. segeln im hohen dreistelligen Millionenbereich. 2017 wurden Labanoon zudem als „Artist of the Year“ bei den JOOX Thailand Music Awards ausgezeichnet – ein weiterer Beleg für ihren Status in der Heimat.
Warum Thai Rock auch ohne Sprachkenntnisse funktioniert
„Aber ich verstehe doch die Texte nicht!“ – magst du denken. Fair point. Doch wie bei vielen internationalen Acts trägt die Musik: große Refrains, klare Dynamik, echte Spielfreude. Labanoon kombinieren melodischen Rock mit Pop‑Hooks und einer Prise Alternative – das Ergebnis ist unmittelbar. Der Gesang von Met hat diese warme, leicht raue Note, die Geschichten glaubwürdig macht, auch wenn man die Worte nicht eins zu eins übersetzt. Und live? Da trägt die Energie. Wer auf Bands wie etwa Bodyslam, Potato oder generell melodischen Rock steht, wird bei Labanoon sehr wahrscheinlich andocken.
Hör‑Einstieg: 5 Songs, die sofort zünden
1) เชือกวิเศษ (Chueak Wiset) – Hymnisch, emotional, mit Gänsehaut‑Chorus.
2) แพ้ทาง (Pae Thang) – Eingängiger Mid‑Tempo‑Banger mit großem Refrain.
3) ใจกลางเมือง (Jai Klang Mueang) – Moderner Pop‑Rock‑Sound, radiotauglich und live ein Highlight.
4) พลังงานจน (Phalang Ngan Jon) – Rockiger Drive, Feature mit einem Luk‑Thung‑Twist.
5) ฉันก็คง (Chan Ko Khong) – Balladesk, aber mit Punch – perfekt, um Labanoons Gefühl für Melodie zu erleben.
Update: Konzert‑Hinweis Hanau bei Frankfurt am Main
Du hast irgendwo gehört, dass Labanoon am 19.10.2025 in Hanau spielen? Das wäre ein echtes Highlight für die Rhein‑Main‑Region. Wichtiger Hinweis: Stand heute (16.10.2025) ließ sich öffentlich keine verlässliche, offizielle Ticket‑ oder Veranstalterseite dafür finden. Mein Tipp: Behalte die Kanäle der Band und des Labels im Blick und checke lokale Listings in Hanau/Frankfurt (z. B. Venue‑Webseiten, Veranstaltungskalender oder die Social‑Media‑Seiten thailändischer Community‑Groups im Rhein‑Main‑Gebiet). Sollte der Termin bestätigt werden, ist das eine seltene Gelegenheit, Thai Rock hierzulande live zu erleben.
Aktuell bleiben: Neue Musik 2025
Labanoon sind nicht nur ein Nostalgie‑Act. Im Juli 2025 erschien die Single „คนไม่เจ้าชู้“ (feat. จ๊ะ นงผณี) – ein gutes Beispiel dafür, wie die Band ihren Sound frisch hält, ohne die DNA aus Melodie, Herz und Gitarren zu verlieren. Für Einsteiger ist das eine schöne Brücke vom aktuellen Material zurück zu den ganz großen Hits.
Warum sich ein Ausflug in die Thai‑Rock‑Welt lohnt
Musik ist längst global – unsere Playlists sollten es auch sein. Thai Rock bringt eine eigene Ästhetik mit: erzählerische Videos, starke Hooks, und eine Live‑Kultur, die Emotionen groß schreibt. Gerade Labanoon verkörpern das auf den Punkt: handwerklich fit, melodieverliebt, mit Songs, die sich festsetzen. Und wer weiß – vielleicht steht bald tatsächlich ein Labanoon‑Abend in Hanau auf dem Programm. Halte die Augen offen!
P.S.: Der Bassist ist ein guter Freund von mir – was meinem Enthusiasmus keinen Abbruch tut, aber fairerweise erwähnt sein soll.



