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Yi Peng Laternenfest in Chiang Mai: Magie aus Licht und Lanna-Tradition

Ein Himmel voller Wünsche

Wenn in Chiang Mai die Nacht hereinfällt und der Mond rund wie ein Teller über den Dächern schwebt, beginnt ein Spektakel, das man nie vergisst: das Yi Peng Laternenfest. Warme Lichter steigen lautlos in den Himmel, spiegeln sich im Ping-Fluss und tauchen die Stadt in eine verzauberte Atmosphäre – ein Moment, in dem die Zeit leiser zu ticken scheint.

Was ist das Yi Peng Laternenfest?

Yi Peng stammt aus der Lanna-Kultur Nordthailands. Der Name lässt sich wörtlich als „zweiter Vollmond“ übersetzen – bezogen auf den Lanna-Mondkalender. Das Fest fällt traditionell auf die Vollmondnacht des zwölften Monats im thailändischen Lunarkalender, meist im November, und wird eng mit Loy Krathong verknüpft. Während bei Loy Krathong kleine, mit Kerzen geschmückte Schiffchen – die Krathong – über Flüsse treiben, richtet Yi Peng den Blick nach oben: Khom Loi, die schwebenden Himmelslaternen, steigen in die Nacht.

Symbolik: Loslassen, Dankbarkeit, Neuanfang

Die Laternen bestehen traditionell aus dünnem Reispapier und einem leichten Bambusrahmen. Bevor man sie in den Himmel entlässt, spricht man einen Wunsch, sagt Dank oder bittet um einen guten Start in das kommende Jahr. Das Aufsteigen steht für das Loslassen von Negativem, für Hoffnung und Licht. Am Wasser werden parallel die Krathong mit Blumen, Räucherstäbchen und Kerzen ins Dunkel gesetzt – ein poetisches Ritual, das die Stadt in ein Meer aus flackernden Punkten verwandelt.

Wo wird gefeiert?

Hauptbühne ist Chiang Mai im Norden Thailands. In der Altstadt schimmern Tempel wie Wat Phan Tao oder Wat Lok Moli im Kerzenlicht, an Toren wie dem Tha Phae Gate leuchten Girlanden, und entlang des Ping-Flusses ziehen Besucherinnen und Besucher mit Krathong Richtung Wasser. Offizielle Veranstaltungen, kulturelle Vorführungen, Lichterketten in den Straßen und feierliche Zeremonien in Tempeln zeichnen ein Bild, das gleichermaßen festlich und besinnlich ist.

Wichtig: Respekt und Sicherheit

So romantisch der Anblick ist – Laternen steigen zu lassen ist in vielen Regionen reguliert. In und um Chiang Mai gibt es meist nur zu den Festtagen offiziell genehmigte Zeitfenster und ausgewiesene Zonen. Wer teilnehmen möchte, sollte sich rechtzeitig über lokale Regeln informieren, sich an offiziell organisierte Events halten und bevorzugt umweltfreundliche Materialien wählen. Wo das Steigenlassen nicht gestattet ist, bietet der Besuch von Tempelzeremonien, Lichtershows und das Aussetzen eines Krathong auf dem Wasser eine ebenso stimmungsvolle Alternative.

Bestzeit, Stimmung und Ablauf

Weil Yi Peng an die Vollmondnacht gebunden ist, variiert das genaue Datum jährlich, fällt aber meist in die kühlen, trockenen Abende des Novembers. Schon am Nachmittag füllen sich Märkte und Straßen mit Lampions, Blumen und süßem Kokosduft. Nach Sonnenuntergang beginnen Zeremonien in den Tempeln, anschließend setzen sich feierliche Prozessionen in Bewegung. Sobald der Mond hoch steht, steigen die ersten Laternen – langsam, würdevoll, fast lautlos.

Praktische Reisetipps

  • Früh buchen: Unterkünfte und Flüge in Richtung Chiang Mai sind rund um Yi Peng stark nachgefragt. Wer zeitig reserviert, hat mehr Auswahl in der Altstadt oder in Flussnähe.
  • Dresscode & Verhalten: Für Tempelbesuche Schultern und Knie bedecken, Schuhe vor dem Betreten ausziehen, diskret fotografieren und respektvoll Abstand halten.
  • Nachhaltig feiern: Wenn Laternen erlaubt sind, auf biologisch abbaubare Varianten achten, Draht vermeiden und Abfall korrekt entsorgen. Alternativ: Krathong aus Bananenstämmen statt aus Styropor wählen.
  • Mobilität: In Festnähe kann es voll werden. Geduld mitbringen, Wege zu Fuß planen und ausreichend Zeit für den Rückweg einrechnen.
  • Bester Aussichtspunkt: Uferbereiche des Ping-Flusses, Brücken und höher gelegene Spots bieten weite Sicht – doch manchmal ist die schönste Perspektive direkt vor einem Tempel, wenn hunderte Lichter im Takt der Gebete flackern.

Fototipps für unvergessliche Bilder

Wer die Laternen in ihrer ganzen Poesie festhalten will, arbeitet mit längeren Belichtungen, um Lichtspuren zu zeichnen. Ein leichtes Stativ, ein lichtstarkes Objektiv und etwas Geduld lohnen sich. Für stimmungsvolle Wasserreflexionen bietet sich das Ufer des Ping-Flusses an; Tempelhöfe liefern eindrucksvolle Silhouetten aus Gold und Dunkel – ganz ohne Menschenmengen im Bild, wenn man die Perspektive clever wählt.

Warum Yi Peng berührt

Am Ende ist es die Mischung aus Tradition, Achtsamkeit und gemeinsamer Stille, die Yi Peng so besonders macht. Die Stadt atmet ruhiger, Lichter fliegen wie Wünsche davon, und im Herzen bleibt das Gefühl, Teil von etwas Zeitlosem gewesen zu sein. Wer Thailand im November bereist, sollte sich diese Nacht voller Symbolik nicht entgehen lassen – mit Respekt vor Kultur, Umwelt und den Menschen, die sie lebendig halten.

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