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Mein herbstliches Morgenritual auf dem Balkon: Achtsam in den Tag starten

Es gibt diese Morgen, an denen die Welt noch ganz leise ist – die Stadt atmet aus, bevor sie einatmet. Genau da hat sich mein Morgenritual auf dem Balkon im Herbst eingelebt. Mit einer dampfenden Tasse, einer warmen Decke und ein paar einfachen Handgriffen habe ich draußen eine kleine Oase geschaffen, die mich erdet, bevor die To-do-Liste anklopft.

Warum ich mein Morgenritual nach draußen verlegt habe

Drinnen hatte ich irgendwann das Gefühl, direkt vom Bett an den Bildschirm zu stolpern. Draußen passiert etwas anderes: Die kühle Luft auf der Haut, das zarte Orange am Himmel, das Rascheln der Blätter – all das zieht mich in den Moment. Ich setze mich hin, spüre die Stuhllehne im Rücken und merke: Ich bin hier, nicht in meinem Kopf. Dieses Gefühl trägt mich oft den ganzen Tag.

Ich brauche dafür keinen großen Balkon. Ein kleiner Tisch, ein Stuhl, eine Ecke, die nur mir gehört – mehr ist es nicht. Was zählt, ist die Absicht: den Tag bewusst beginnen, statt hineinzurutschen.

Meine drei Bausteine: Wärme, Duft, Notizen

1) Wärme: Ein weiches Plaid, dicke Socken und eine Tasse, die ich gern in den Händen halte. Manchmal stelle ich eine kleine Laterne auf den Tisch. Das sanfte Licht macht den Übergang vom Dunkel zum Hellen besonders stimmungsvoll. Wenn’s sehr frisch ist, lege ich mir eine zweite Decke über die Knie – das fühlt sich an wie ein stilles Versprechen: Ich nehme mir Zeit.

2) Duft: Für mich beginnt der Herbst nach Zimt, Orange und ein bisschen Vanille zu duften. Eine kleine Duftkerze oder ein Tropfen ätherisches Öl in einer Schale genügt. Es geht nicht um Intensität, sondern um die feine Note, die sagt: Willkommen, neuer Tag. Manchmal koche ich mir statt Kaffee einen würzigen Tee – und schon wird die Tasse zum Teil der Atmosphäre.

3) Notizen: Ich öffne mein Notizbuch und schreibe drei kurze Zeilen: Wofür bin ich heute dankbar? Was ist wirklich wichtig? Was darf heute leicht sein? Das dauert keine fünf Minuten, aber es sortiert meinen Fokus. Ich setze mir eine freundliche, machbare Intention und lasse das Perfektionistische bewusst draußen – done is better than perfect hat hier einen festen Platz.

Kleine Routinen, große Wirkung im Alltag

Seit ich das so mache, hat mein Tag einen anderen Rhythmus. Ich laufe weniger im Autopilot, bin aufmerksamer und nehme mir eher kleine Pausen. Dieses Ritual ist kein Leistungs-Tool, sondern ein freundlicher Startknopf. Es erinnert mich daran, dass ich mir selbst zuhören darf, bevor die Welt etwas von mir will.

Schön ist auch, wie sich der Balkon verändert. Jeden Morgen wirkt die Szene ein bisschen anders: mal goldener, mal grauer, mal mit einem Hauch von Nebel. Das macht die Routine lebendig, ohne dass ich viel verändern muss.

Tipps, damit dein Ritual zu dir passt

Starte klein: Fünf bis zehn Minuten reichen völlig. Lieber täglich kurz als selten lang. Wenn du magst, stelle dir einen sanften Timer – nicht als Druck, sondern als freundliche Begrenzung.

Schaffe dir eine feste Ecke: Eine Decke über die Stuhllehne, deine Lieblingstasse, eine Laterne – das visuelle Wiedererkennen hilft, schneller in den Ritual-Modus zu kommen. Ein Tablett ist praktisch, um alles auf einmal rauszutragen.

Plane einen Plan B: Wenn der Wind zu stürmisch ist oder es regnet, verlege das Ritual ans geöffnete Fenster. Der Blick ins Draußen und ein bisschen Frischluft bringen denselben Geist mit.

Mach es multisensorisch: Geräusche (leise Musik oder das Rascheln der Blätter), Haptik (eine strukturierte Tasse, ein grob gestricktes Plaid), Duft (Kerze oder Tee) – je mehr Sinne eingeladen sind, desto runder fühlt sich das Ganze an.

Halte es flexibel: Manche Tage wollen Stille, andere ein paar Zeilen im Journal. Manchmal reicht es, nur den ersten Schluck bewusst zu trinken und drei tiefe Atemzüge zu nehmen. Das Ritual darf sich dir anpassen, nicht umgekehrt.

Mein Fazit: Ein ruhiger Anfang zahlt sich aus

Was mich immer wieder überrascht: Wie viel Leichtigkeit diese kleine Gewohnheit bringt. Ich gehe anders an E-Mails, an Gespräche, an Entscheidungen heran – nicht, weil ich mehr schaffe, sondern weil ich freundlicher starte. Der Herbst bietet die perfekte Bühne dafür: gedämpft, warm, ein bisschen magisch.

Wenn du Lust hast, probiere es sieben Tage am Stück aus. Stell dir am Abend alles bereit, damit es morgens leicht fällt. Und dann: Tasse greifen, Decke schultern, kurz hinaustreten. Vielleicht hörst du’s auch – dieses leise „Guten Morgen“ von draußen.

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