Manchmal braucht es kein Meer aus Sauce, um glücklich zu sein: Pad Prik Khing ist der „trockene“ Cousin der Thai‑Currys – ein glasiertes Wokgericht, bei dem rote Currypaste, Kaffir‑Limette und knackige Bohnen harmonisch zusammenklatschen. Ich habe es in Bangkok lieben gelernt, wenn der Duft von Chili und Limettenblättern durch die Gassen zieht und man weiß: Das wird ein schneller, großer Teller Glück.
Warum du dieses Pad‑Prik‑Khing‑Rezept lieben wirst
– Intensiver Curry‑Geschmack ohne Kokosmilch – perfekt, wenn du etwas Leichteres willst.
– In 25–30 Minuten auf dem Tisch, ideal für den Feierabend.
– Knackige grüne Bohnen, saftiges Fleisch (oder Tofu) und eine glänzende, würzige Glasur – ein Wokgericht mit Suchtpotenzial.
Zutaten (für 2–3 Personen)
– 300 g Schweinebauch oder Schweineschulter, dünn gegen die Faser geschnitten (alternativ Hähnchenschenkel ohne Knochen oder fester Tofu)
– 200–250 g lange Bohnen (Yardlong) oder grüne Bohnen, in 3–4 cm Stücke geschnitten
– 2–2,5 EL Prik‑Khing‑Currypaste (ersatzweise 2 EL rote Currypaste + 1 TL fein abgeriebene Kaffir‑Limettenschale)
– 1 EL neutrales Pflanzenöl (z. B. Erdnuss‑ oder Rapsöl)
– 1,5 EL Fischsauce (nach Geschmack)
– 2 TL Palmzucker (alternativ brauner Zucker)
– 3–5 Kaffir‑Limettenblätter, Mittelrippe entfernt, in feine Streifen geschnitten
– 2–3 EL Wasser oder helle Hühner‑/Gemüsebrühe (nur zum Lösen/Glasieren)
– 1 rote Thai‑Chili, in feinen Ringen (optional, für Extra‑Schärfe)
– Frisch gedämpfter Jasminreis zum Servieren
Zubereitung Schritt für Schritt
1) Mise en Place: Bohnen waschen und in Stücke schneiden. Fleisch sehr dünn aufschneiden – so wird es im Wok zart und gart gleichmäßig. Kaffir‑Limettenblätter längs falten, Mittelrippe herausziehen, Blätter aufrollen und in feine Streifen (Chiffonade) schneiden.
2) Option für Extra‑Grün: Wenn du die Bohnen besonders leuchtend und knackig magst, blanchiere sie 60–90 Sekunden in sprudelndem Salzwasser, schrecke sie eiskalt ab und lasse sie gut abtropfen. Das ist kein Muss, hilft aber bei Farbe und Biss.
3) Wok vorbereiten: Wok oder große, schwere Pfanne stark vorheizen, bis ein Hauch Rauch aufsteigt. 1 EL Öl hineingeben und kurz schwenken. Hitze auf mittel‑hoch reduzieren – so verbrennt die Paste nicht.
4) Paste anrösten: Currypaste in den Wok geben und 30–60 Sekunden rühren, bis sie intensiv duftet und das Öl sich leicht rötlich färbt. Tipp: Wenn die Paste am Pfannenboden klebt, 1 EL Wasser zugeben und weiter rühren – so löst sich die Paste und kann gleichmäßig „aufblühen“.
5) Fleisch anbraten: Das geschnittene Schweinefleisch zufügen und unter kräftigem Rühren 2–3 Minuten anbraten, bis es gerade eben durch ist. Halte die Zutaten in Bewegung – Wok‑Hitze lebt von Tempo. Sollte es zu trocken werden, einen weiteren Esslöffel Wasser zugeben.
6) Abschmecken und glasieren: Fischsauce und Palmzucker einrühren. Die Mischung soll süß‑salzig‑scharf balanciert sein. Rühre, bis der Zucker gelöst ist und sich eine sämige, leicht ölige Glasur bildet. Ziel: keine „Soßenpfütze“, sondern ein glänzender Film, der an Fleisch und Bohnen haftet.
7) Bohnen & Kaffir‑Limette: Bohnen in den Wok geben und 2–3 Minuten mitbraten, bis sie gar, aber noch knackig sind. Die feinen Streifen der Kaffir‑Limettenblätter und – falls gewünscht – die Chiliringe untermischen. Kurz schwenken, bis der Duft der Limette in die Nase steigt.
8) Finale Konsistenz prüfen: Zieht die Glasur Fäden und überzieht alles gleichmäßig? Perfekt. Falls zu trocken, 1 EL Wasser einrühren; falls zu „nass“, Hitze kurz hochstellen und rühren, bis die Flüssigkeit reduziert.
9) Servieren: Mit Jasminreis anrichten. Wer mag, garniert mit wenigen zusätzlichen Kaffir‑Limettenstreifen – sie sind aromatisch, aber intensiv, also sparsam verwenden.
Tipps & Variationen
– Ohne Prik‑Khing‑Paste? Nimm rote Currypaste und ergänze 1 TL fein abgeriebene Kaffir‑Limettenschale oder mehr Limettenblätter für den typischen, zitruswürzigen Charakter.
– Protein‑Swap: Hähnchenschenkel bleiben saftig, Tofu wird am besten, wenn du ihn vorher in großen Würfeln goldbraun anbrätst und erst in Schritt 7 zugibst.
– Schärfe steuern: Die Currypasten variieren in der Schärfe. Taste dich heran – lieber mit 2 EL starten und am Ende noch ½ EL nachlegen.
– Wok‑Basics: Zu volles Pfannengefühl? Brate Fleisch in zwei kleinen Runden an, damit es bräunt statt zu köcheln.
– Meal‑Prep: Die Sauce ist eine Glasur – aufwärmen klappt gut in der Pfanne bei mittlerer Hitze. Bohnen bleiben so bissfest.
Quellen & weiterführende Links: Hintergrund zu Pad Prik Khing (Wikipedia, englisch) · Rezept‑Inspiration & Technik: Pad Prik Khing (Scruff & Steph) · Currypaste‑Variante & Mengenideen (Maesri)



