Wenn die thailändische Garküche „Feierabend!“ ruft, kommt Pad Kra Pao angerauscht – pfeffrig, basilikumduftend und in Minuten fertig. Dieses Wokgericht ist Streetfood-Power pur: simpel, heiß, glücklich – und mit knusprigem Spiegelei (Khai Dao) ein echter Stimmungsheber.
Zutaten für 2–4 Personen
- 300 g Jasminreis (roh)
- 500 g Hähnchenhack oder sehr fein gewürfelte Hähnchenschenkel (ohne Haut & Knochen)
- 6 Knoblauchzehen
- 4–6 Thai-Chilis (Prik Kee Noo), je nach gewünschter Schärfe
- 1–2 EL neutrales Öl (z. B. Erdnuss- oder Rapsöl; plus extra fürs Spiegelei)
- 40–50 g frische Krapao-Blätter (Heiliges Basilikum). Ersatz: 2 Teile süßes Thai-Basilikum + 1 Teil Minze; Notlösung: italienisches Basilikum + Minze
Für die Soße (vorab mischen):
- 1½ EL Austernsauce
- 1 EL helle Sojasauce
- 1 TL dunkle Sojasauce (für Farbe)
- 1 EL Fischsauce
- 1 TL Palmzucker (oder brauner Zucker)
- 3–4 EL Wasser
Zum Servieren:
- 2–4 Eier (Khai Dao, knusprig gebraten)
- Limettenspalten und Gurkenscheiben (optional)
Zubereitung Schritt für Schritt
- Reis kochen: 300 g Jasminreis in einem feinen Sieb 2–3 Mal waschen, bis das Wasser klarer läuft. Mit ca. 375 ml Wasser im Topf oder Reiskocher garen (Richtwert 1 Teil Reis : 1,25 Teile Wasser). Nach dem Garen zugedeckt 10 Minuten ruhen lassen – so wird der Reis locker und körnig.
- Würzpaste vorbereiten: Knoblauch und Chilis grob hacken und mit einer kleinen Prise Salz im Mörser zu einer groben Paste zerstoßen. Kein Mörser? Fein hacken und mit dem Messer kurz zerdrücken. Tipp: Schärfe lässt sich mildern, wenn du Chilis entkernst.
- Soße anrühren: Austernsauce, helle und dunkle Sojasauce, Fischsauce, Palmzucker und Wasser in einer Schale verrühren, bis sich der Zucker löst. Diese „Wok-Soße“ sorgt für Geschwindigkeit und perfekte Balance.
- Khai Dao – das knusprige Spiegelei: In einem kleinen Wok/Topf 120–150 ml Öl auf ca. 180 °C erhitzen (Holzstäbchen-Test: bilden sich zügig Bläschen, passt die Temperatur). Ei vorsichtig hineingleiten lassen, mit heißem Öl überlöffeln. Sobald der Rand tief goldbraun und blättrig ist und das Eigelb noch wippt, herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Wiederholen. Öl zurück in eine hitzefeste Schale gießen, 1–2 EL im Wok belassen.
- Wok vorheizen: Den Wok stark aufheizen, bis ein erster Hauch Rauch aufsteigt. Nur so gibt’s die gewünschte „Wok-Hei“-Note (Röstaroma).
- Duftbasis anbraten: Öl hinein, sofort die Chili-Knoblauch-Paste zugeben und 10–15 Sekunden rühren, bis sie aromatisch und gerade goldig ist. Achtung: Nicht dunkel werden lassen. Wenn’s sehr scharf in der Luft liegt, 1 EL Wasser zugeben – das nimmt die Spitze.
- Fleisch braten: Hähnchen hineingeben, mit dem Pfannenwender flachdrücken und 30–40 Sekunden in Ruhe lassen, damit es anröstet. Dann zerkleinern und bei starker Hitze 2–3 Minuten rühren, bis es gar und leicht gebräunt ist.
- Soße glasiert einarbeiten: Die vorbereitete Soße angießen. 30–60 Sekunden kräftig rühren, bis alles glänzt und die Flüssigkeit leicht sirupartig an den Fleischstückchen haftet. Ist es zu trocken, 1–2 EL Wasser ergänzen; ist es zu dünn, kurz weiter stark einkochen. Abschmecken: Es soll salzig-würzig, mit süßer Rundung und Chili-Schärfe balanciert sein.
- Basilikum richtig einsetzen: Herd aus. Heiliges Basilikum unterheben und nur 10–20 Sekunden zusammenfallen lassen. Nicht mitkochen – Hitze am Ende reicht; so bleiben Duft und die typische, pfeffrige Note erhalten.
- Anrichten: Reis auf Teller, Pad Kra Pao darüber, mit einem knusprigen Spiegelei krönen. Nach Wunsch Limette darüber pressen und mit Gurkenscheiben servieren.
Tipps, Timing & Varianten
- Hitze-Management: Lieber zwei kleinere Chargen braten, falls dein Wok/ deine Pfanne nicht extrem heiß wird. Zu viel Fleisch kühlt die Pfanne – die Soße wird dann dünn statt glasierend.
- Konsistenz-Check: Die Soße ist richtig, wenn sie beim Rühren als glänzende Glasur am Fleisch haftet. Ein winziger „Sirup-Faden“ am Pfannenrand ist perfekt.
- Schärfe steuern: Weniger Chilis, entkernte Chilis oder ein Schuss Wasser zähmen die Hitze. Mehr Feuer? Ein paar extra Prik Kee Noo im Mörser grob andrücken.
- Basilikum-Alternativen: Krapao (Heiliges Basilikum) ist ideal. Falls schwer erhältlich: Mischung aus süßem Thai-Basilikum + Minze + Prise weißen Pfeffers. Das kommt dem typischen, pfeffrigen Profil am nächsten.
- Protein-Varianten: Schwein, Rind, gehackte Garnelen oder fester Tofu funktionieren ebenso. Tofu vorher trockenpressen, in 1 cm Würfel braten, dann erst Soße zugeben.
- Gemüse-Add-ons (nicht klassisch, aber alltagstauglich): Handvoll grüne Bohnen in 1 cm Stücken oder Babymais – kurz mit dem Fleisch anbraten.
- Zeitrahmen: Mit vorbereitetem Reis steht dein Pad Kra Pao in ca. 15–20 Minuten auf dem Tisch.
Servieren & Aufbewahren
Pad Kra Pao gehört heiß aus dem Wok auf den Teller – mit fluffigem Jasminreis und diesem knusprigen, leicht „blätterigen“ Spiegelei. Reste lassen sich 1–2 Tage im Kühlschrank aufbewahren und in der Pfanne mit einem Spritzer Wasser schnell aufwärmen; das Basilikum frisch beim Aufwärmen ergänzen.
Quellen & weiterführende Infos: Hintergrund & Varianten von Phat Kaphrao (Wikipedia) · Technik & Balance bei Pad Krapow Gai (Serious Eats) · Holy Basil erklärt & Rezeptideen (Hot Thai Kitchen)



