Einführung
Wenn in Bangkok der Regen an die Dächer trommelt, duftet es aus den Garküchen nach Kokos, Kaffir-Limette und Thai-Basilikum – genau dieser Moment steckt im Gaeng Keow Wan Gai, dem klassischen grünen Thai‑Curry mit Hähnchen. Es ist cremig, kräuterfrisch und in einer guten halben Stunde auf dem Tisch.
Zutaten (für 3–4 Portionen)
- 500 g Hähnchenschenkel ohne Knochen, in mundgerechte Stücke
- 400 ml Kokosmilch (vollfett), davon 150 ml als „Kokoscreme“, 250 ml als „Kokosmilch“
- 2–3 EL grüne Currypaste (je nach gewünschter Schärfe)
- 200 g Thai‑Auberginen (runde, grüne), geviertelt
- 50 g Erbsenauberginen (optional)
- 100 g Bambussprossen, in Streifen (abgetropft)
- 4 Kaffir‑Limettenblätter, der Länge nach eingerissen
- 1–2 rote Spur‑Chilis, schräg in feine Ringe (für Farbe und milden Biss)
- 1 EL Palmzucker (oder brauner Zucker)
- 2–3 EL Fischsauce
- 200 ml Wasser oder milde Hühnerbrühe
- 1 EL neutrales Pflanzenöl (nur falls sich kein Kokosöl absetzt)
- Frischer Thai‑Basilikum (Horapa), ein großer Handvoll
- Jasminreis zum Servieren
Zubereitung – Schritt für Schritt
- Jasminreis kochen. Reis gut waschen, bis das Wasser klar ist. Mit der 1:1,25‑Methode (1 Teil Reis, 1,25 Teile Wasser) garen und warm halten.
- Kokoscreme „cracken“. 150 ml der festen Kokoscreme in einem Wok oder schweren Topf bei mittelhoher Hitze 3–5 Minuten erhitzen, bis sich glänzendes Kokosöl absetzt. Das ist wichtig für Tiefe und Aroma. Hinweis: Trennt sich nichts, gib 1 EL Öl dazu – so können sich die Aromen der Paste optimal entfalten.
- Currypaste anrösten. 2–3 EL grüne Currypaste in das heiße Kokosöl rühren. 2–3 Minuten rühren, bis sie duftet und leicht dunkelgrün wird. Wenn sie zu trocken wirkt, schluckweise etwas Kokosmilch zugeben. Tipp: Die Paste sollte „singen“ – ein leises Brutzeln ist perfekt.
- Hähnchen anziehen. Das Fleisch zur Paste geben und 1–2 Minuten rühren, bis die Stücke rundum grün überzogen sind und an der Oberfläche leicht fest werden. So nimmt das Hähnchen den Geschmack von Anfang an auf.
- Flüssigkeit und Duft. Restliche 250 ml Kokosmilch plus 200 ml Wasser/Brühe angießen, Kaffir‑Limettenblätter zufügen. Auf mittlerer Hitze sanft köcheln (nicht wallend!) und 8–10 Minuten garen, bis das Hähnchen fast durch ist. Konsistenz‑Check: Die Sauce darf seidig fließen – Thai‑Currys sind traditionell etwas dünner als viele westliche Varianten.
- Gemüse garen. Thai‑Auberginen, Bambussprossen und optional Erbsenauberginen zugeben. Weitere 5–6 Minuten leise köcheln, bis die Auberginen zart sind, aber noch leichten Biss haben. Tipp: Auberginen zerfallen schnell – lieber häufiger prüfen als zu lange kochen.
- Abschmecken in Balance. Mit 2 EL Fischsauce und 1 EL Palmzucker würzen. Rühre und koste: Es sollte eine lebendige Balance aus scharf, salzig und süß entstehen. Feintuning: Mehr Fischsauce für Tiefe, ein Spritzer Wasser wenn es zu kräftig ist, ein halber TL Zucker, falls die Paste sehr herb wirkt.
- Kräuter & Finish. Hitze aus. Thai‑Basilikumblätter und die roten Chili‑Ringe unterheben. 1 Minute ziehen lassen – so bleiben die Kräuter leuchtend und duftend. Kaffir‑Blätter vor dem Servieren nach Wunsch entfernen.
- Anrichten. Curry in Schalen füllen, mit Jasminreis servieren. Wer es cremiger mag, lässt die Sauce zuvor 2–3 Minuten offen leise einkochen; wer es leichter liebt, rührt einen Schluck heißes Wasser ein.
Tipps & Variationen
- Schärfe steuern: Mit 2 EL Paste starten und bei Bedarf am Ende 1 TL mehr einrühren. Paste ist konzentriert – kleine Mengen verändern viel.
- Kein „Cracking“? Manche Kokosmilch trennt sich nicht. Das ist okay – 1 EL Öl ersetzt das fehlende Kokosfett zum Rösten.
- Gemüse‑Alternativen: Keine Thai‑Auberginen parat? Mische Zucchiniwürfel und grüne Bohnen (Garzeit anpassen), so bleibt die Textur knackig.
- Protein‑Swap: Mit festem Tofu (vorher trockenpressen) wird es vegetarisch; vegan würzt du mit heller Sojasauce und einem Spritzer Pilzsoße statt Fischsauce.
- Aromen vertiefen: 1–2 zusätzliche Kaffir‑Blätter feinstreifen und kurz vor Schluss einrühren – das gibt einen frischen Zitrus‑Lift.
Servieren & Aufbewahren
Gaeng Keow Wan schmeckt nach 10 Minuten Ruhezeit noch runder – die Sauce bindet, die Kräuter entfalten sich. Reste halten im Kühlschrank 2–3 Tage. Beim Aufwärmen vorsichtig erhitzen und frische Basilikumblätter nachlegen.
Quellen
Weitere Infos und Techniken rund um Thai Green Curry und authentische thailändische Küche:
Green Curry – Hintergrund & Varianten (Wikipedia)
Hot Thai Kitchen – authentische Thai‑Rezepte & Techniken
Serious Eats – Thai Cooking Guide & Curry‑Wissen
Amazing Thailand – Kulinarik & Kultur



