Eine dampfende Schale Tom Kha Gai fühlt sich an wie eine Umarmung in Suppenform: samtige Kokosmilch, duftender Galgant und spritzige Limette in perfekter Balance. Der Name verrät schon alles: Tom = kochen, Kha = Galgant, Gai = Huhn – ein Klassiker, der in Thailand von Straßenküchen bis Familienessen geliebt wird.
Zutaten (für 2–4 Personen)
- 400 ml Kokosmilch (ungesüßt, cremig)
- 400 ml Hühnerbrühe (am besten selbstgekocht oder gute Bio‑Brühe)
- 300 g Hähnchenbrust, in sehr dünne Scheiben geschnitten
- 1 Stängel Zitronengras, Enden abgeschnitten, Stängel mit Messerrücken leicht angequetscht, in 4–5 cm Stücke
- 4–6 Scheiben frischer Galgant (ersatzweise 4–6 Scheiben Ingwer plus 1 TL Limettenabrieb)
- 4 Kaffir‑Limettenblätter, mittig eingerissen
- 150–200 g Pilze (Champignons oder Austernpilze), in Scheiben
- 2 Schalotten, in feine Streifen
- 2–3 Thai‑Chilis, nur leicht angedrückt (optional, je nach Schärfetoleranz)
- 2–3 EL Fischsauce
- 1–2 EL Palmzucker oder brauner Zucker
- Saft von 1–2 Limetten (ca. 3 EL), nach Geschmack
- 2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe
- Ein kleines Büschel Koriander, grob gezupft
- Optional: 1–2 EL geröstete Chili‑Paste (Nam Prik Pao) für eine leicht rötliche, rauchige Note
- Optional: 6–8 Cocktailtomaten, geviertelt
Zubereitung Schritt für Schritt
- Aromen wecken: In einem Topf Hühnerbrühe und die Hälfte der Kokosmilch (200 ml) mischen. Zitronengras, Galgant, Kaffir‑Limettenblätter und – wenn gewünscht – die angedrückten Chilis hinzufügen. Auf mittlerer Hitze sanft erhitzen, bis es nur knapp simmert. Tipp: Es darf leise blubbern, aber nicht stark kochen. So bleibt die Kokosmilch seidig und trennt nicht.
- Gemüse garen: Pilze, Schalotten und optional die Tomaten in den aromatisierten Sud geben. 5–6 Minuten leise ziehen lassen, bis die Pilze zart sind und ihr Aroma an die Suppe abgegeben haben.
- Hähnchen sanft pochieren: Die dünn geschnittene Hähnchenbrust in den Topf gleiten lassen. Hitze so regulieren, dass die Suppe weiterhin nur sachte simmert. 3–5 Minuten pochieren, bis das Fleisch gerade eben durchgegart ist. Profi‑Tipp: Dünne Scheiben garen gleichmäßiger und bleiben saftiger.
- Cremigkeit vollenden: Die restliche Kokosmilch (200 ml) und – falls verwendet – die Chili‑Paste einrühren. 1 Minute erwärmen. Mit Fischsauce und Palmzucker abschmecken. Du suchst hier die Dreifaltigkeit des Geschmacks: salzig durch Fischsauce, süß durch Palmzucker, später sauer durch Limette.
- Frische bewahren: Topf vom Herd ziehen. Erst jetzt den Limettensaft einrühren. So bleibt die Suppe hell, die Säure leuchtend frisch und die Kokosmilch gerinnt nicht. Mit kleinen Mengen beginnen, kosten, dann nachjustieren – Tom Kha liebt Balance.
- Anrichten: Zitronengras, Galgant und Kaffir‑Blätter nach Wunsch herausfischen (sie sind aromatisch, aber zäh). Mit Frühlingszwiebeln und Koriander bestreuen. Sofort servieren – pur oder mit dampfendem Jasminreis.
Tipps für Perfektion
- Glänzende, seidig‑weiße Suppe: Kokosmilch niemals stark kochen. Mittelhitze und Geduld bewahren.
- Richtig würzen: Wenn die Suppe flach schmeckt, fehlt meist Salz (Fischsauce) oder Säure (Limette). Wenn sie zu scharf ist, mildert ein Schuss Kokosmilch und eine Prise Zucker.
- Aromen aus den Zutaten holen: Zitronengras immer anquetschen und Kaffir‑Blätter einreißen – so geben sie ihre ätherischen Öle frei.
- Kein Galgant gefunden? Ingwer liefert Wärme, Limettenabrieb bringt die zitrische Spitze zurück. Es wird nicht identisch, aber sehr gut.
- Varianten: Mit Garnelen statt Huhn wird es Tom Kha Goong; vegetarisch gelingt die Suppe mit Gemüsebrühe, Tofu, Pilzmix und heller Sojasauce statt Fischsauce.
Servieren und Aufbewahren
Tom Kha Gai schmeckt frisch am besten, weil die Limettenfrische und Kräuter dann am schönsten leuchten. Reste halten im Kühlschrank 1–2 Tage; beim Aufwärmen nur sanft erwärmen und bei Bedarf mit einem Spritzer Limette auffrischen.
Quellen (food history und Technik, SEO‑optimiert): Hintergrund zu Tom Kha Gai – Geschichte und Varianten • Authentic Tom Kha Gai – Techniken und Zutatenkunde • Tom Kha Gai Rezeptanalyse – Balance von Säure, Süße, Salz



