Wenn die Garküchen Bangkoks langsam in die Nacht übergehen, zischt im Wok etwas, das wie ein Weckruf schmeckt: Pad Kee Mao – Drunken Noodles. Scharf, duftend nach Basilikum und Knoblauch, ohne einen Tropfen Alkohol – aber perfekt für späte Stunden.
Zutaten (für 2–4 Personen)
Nudeln & Basis
- 300 g frische, breite Reisbandnudeln (alternativ 250 g getrocknete, XL‑Reisnudeln)
- 2–3 EL neutrales Öl (z. B. Erdnuss- oder Rapsöl)
Protein & Gemüse
- 300 g Hähnchenschenkel ohne Knochen, in Streifen (oder Garnelen/Tofu)
- 1 kleine Zwiebel, in feine Spalten
- 1 rote Paprika, in Streifen
- 100 g grüne Bohnen oder Babymais, in Stücke (optional)
Aromen
- 4 Knoblauchzehen
- 2–4 Thai‑Chilis (je nach Schärfetoleranz), plus 1 milde rote Chili
- 2–3 Kaffirlimettenblätter, fein gestiftet (optional, für Zitrusduft)
- 2 große Hände Holy Basil (Thai‑Basilikum; ersatzweise italienisches Basilikum)
Soße
- 2 EL Austernsoße
- 1 EL helle Sojasoße
- 1 TL dunkle Sojasoße (für Farbe & Tiefe)
- 1 EL Fischsoße
- 1–1½ TL Palmzucker oder brauner Zucker
- 2–3 EL Wasser (für perfekte Glanz‑Konsistenz)
Optionales schnelles Marinade‑Upgrade fürs Hähnchen
- 1 TL helle Sojasoße, 1 TL Austernsoße, 1 TL Speisestärke, Prise Zucker
Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung
- Nudeln vorbereiten. Frische Reisnudeln vorsichtig trennen. Sind sie kalt und blockartig, 30–60 Sekunden dämpfen oder kurz in der Mikrowelle erwärmen, dann mit etwas Öl lockern. Getrocknete Nudeln in heißem Wasser einweichen, bis sie biegsam, aber noch bissfest sind. Wichtig: Danach gut abtropfen lassen, sonst werden sie im Wok weich und klebrig.
- Mise en place. Knoblauch und Chilis grob hacken und mit einer Prise Salz im Mörser zu einer groben Paste zerdrücken (alternativ fein hacken). Zwiebel, Paprika und Bohnen vorbereiten. Basilikumblätter abzupfen. Soßenzutaten in einer Schüssel verrühren. Hähnchen mit der schnellen Marinade 10 Minuten ziehen lassen (optional, sorgt für Zartheit und Bräune).
- Wok aufheizen. Einen Wok oder eine breite, schwere Pfanne sehr heiß werden lassen, bis ein Wassertropfen darauf tanzt. 1 EL Öl zugeben. Profi‑Tipp: Lieber in zwei Durchgängen braten, als die Pfanne zu voll zu packen – so bleibt die Hitze hoch und nichts kocht im eigenen Saft.
- Protein anbraten. Hähnchen 2–3 Minuten kräftig anbraten, bis es auf beiden Seiten Farbe hat, dann herausheben und beiseitestellen (es gart später fertig).
- Aromen wecken. Noch 1 EL Öl in den heißen Wok geben. Chili‑Knoblauch‑Paste 15–20 Sekunden rühren, bis sie duftet – nicht dunkel werden lassen. Zwiebelspalten und die milde rote Chili dazu, 30–45 Sekunden mitrösten.
- Gemüse kurz garen. Paprika und Bohnen/Babymais zugeben, 1–2 Minuten pfannenrühren, bis alles leuchtend und minimal gebissen ist.
- Nudeln & Soße. Nudeln in den Wok geben. Die Soße rund um den Pfannenrand zugeben (so karamellisiert sie leicht). Jetzt zügig, aber gezielt rühren und schieben, 60–90 Sekunden, bis die Nudeln die Soße vollständig glänzend aufgenommen haben. Hähnchen samt ausgetretenem Saft zurück in den Wok.
- Röstaromen („Wok‑Hei“). Drücke die Nudeln kurz an den heißesten Punkt der Pfanne, 10–15 Sekunden ohne Rühren – so entstehen köstliche, leicht rauchige Röstaromen. Wenn du Kaffirlimettenblätter nutzt, jetzt einstreuen.
- Basilikum‑Finale. Hitze aus, Basilikum unterheben, bis es gerade eben welkt. Abschmecken: Fehlt Salz? Ein Spritzer Fischsoße. Mehr Tiefe? Ein Hauch dunkle Sojasoße. Zu salzig? Mit 1–2 TL Wasser lösen und kurz durchschwenken.
- Servieren. Sofort auf vorgewärmte Teller geben. Dazu Limettenspalten und Chiliflocken. Wer mag, spiegelein knusprig braten und obenauf setzen – nicht traditionell, aber verdammt gut.
Tipps & Varianten
- Holy Basil vs. Thai‑Basilikum: Holy Basil liefert die typisch pfeffrig‑kräuterige Note. Nicht verfügbar? Nimm Thai‑Basilikum oder zur Not italienisches Basilikum – lieber frisch und aromatisch als gar kein Grün.
- Keine matschigen Nudeln: Nudeln immer gut abtropfen, Wok sehr heiß, zügig arbeiten. Wenn es trocken wirkt, esslöffelweise Wasser zufügen; wenn es wässrig ist, Hitze hoch und weiter rühren, bis die Soße wieder glänzt.
- Veggie‑Version: Fester Tofu (gepresst), in Würfeln knusprig braten; Shiitake oder Austernpilze ergänzen Umami.
- Schärfe steuern: Erst mit wenigen Thai‑Chilis starten; pikant nachwürzen mit Chiliflocken oder frischer Chili beim Servieren.
- Glutenhinweis: Mit glutenfreier Sojasoße/Tamari und einer glutenfreien Austernsoße‑Alternative bleibt das Gericht glutenfrei.
Aufbewahrung & Meal‑Prep
Am besten frisch aus der Pfanne – dann sind die Nudeln saftig und der Basilikumduft in der Luft. Reste (max. 1 Tag im Kühlschrank) in der Pfanne mit einem Schuss Wasser heiß schwenken, bis die Nudeln wieder glänzen.
Quellen
- Hintergrund & Bezeichnung „Drunken Noodles“: Wikipedia – Drunken noodles. ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Drunken_noodles?utm_source=openai))
- Zutaten, Techniken & Basilikum‑Hinweise: Hot Thai Kitchen – Authentic Drunken Noodles (Pad Kee Mao). ([hot-thai-kitchen.com](https://hot-thai-kitchen.com/pad-kee-mao-2/?utm_source=openai))
- Rezeptreferenz & Aromaten‑Inspiration (u. a. Makrut, Chili‑Basis): Serious Eats – Pad Kee Mao (Thai Drunken Noodles) in der Thai‑Rezeptübersicht. ([seriouseats.com](https://www.seriouseats.com/thai-food-recipes-8778567?utm_source=openai))
- Kontext & Varianten im Westen: Rachel Cooks Thai – Thai Drunken Noodles. ([rachelcooksthai.com](https://rachelcooksthai.com/drunken-noodles/?utm_source=openai))



