Wenn in Nordthailand gefeiert wird, blubbert oft ein Topf Gaeng Hang Lay vor sich hin – ein festliches Schweinecurry, das ohne Kokosmilch auskommt, dafür mit Tamarinde, Ingwer und warmen Gewürzen glänzt. Sein Weg führt über Myanmar in die Lanna‑Küche – und heute direkt in deine heimische Pfanne.
Zutaten (für 3–4 Personen)
Fleisch & Basis
- 600 g Schweinebauch, in 3–4 cm Würfel
- 300 g Schweineschulter (optional, für mehr „Biss“), in 3–4 cm Würfel
- 1 EL neutrales Öl (optional; der Bauch gibt meist genug Fett ab)
- 400–500 ml Wasser oder milde Brühe
Säure, Süße, Würze
- 3 EL Tamarindenpaste (je nach Stärke; siehe Tipp)
- 2 EL Palmzucker oder brauner Zucker (nach Geschmack)
- 2–2,5 EL Fischsauce
- 1 TL dunkle Sojasauce (optional, für Farbe)
Aromen
- 1 Kopf Knoblauch, geschält, Zehen ganz lassen (große halbieren)
- 2–3 Schalotten, grob geviertelt
- 30–40 g frischer Ingwer, in feine Julienne
- 2–3 EL eingelegte Knoblauchzehen plus 1 EL Einlegeflüssigkeit (optional, aber traditionell)
Für die Currybasis (zwei Wege)
- Schnell & zuverlässig: 3 EL rote Thai‑Currypaste + 2 TL Garam Masala + 1 TL Kurkuma
- DIY Hang‑Lay‑Mischung: 2 TL gemahlener Koriander, 1 TL Kreuzkümmel, 1/2 TL Zimt, 1/4 TL gemahlene Nelke, 1 Prise Sternanis, 1/2 TL weißer Pfeffer; zusammen mit 2 Schalotten, 3 Zehen Knoblauch, 1 Stängel Zitronengras (weißes Ende, fein geschnitten), 4–6 getrockneten milden Chilis (nach Schärfewunsch) und 1/2 TL Garnelenpaste im Mörser oder Mixer zu einer Paste verarbeiten
Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung
- Vorbereiten & Würzbasis mixen: Entscheide dich für den schnellen Weg oder die DIY‑Mischung. Wenn du mixt: erst trockene Gewürze kurz in der Pfanne ohne Fett rösten, bis sie duften (30–60 Sekunden) – das weckt Aromen. Dann mit Schalotten, Knoblauch, Zitronengras, Chilis und Garnelenpaste zu einer feinen Paste verarbeiten. Tipp: Ein Spritzer Wasser hilft beim Pürieren.
- Fleisch anrösten: Einen schweren Topf (Gusseisen ideal) auf mittelhoch erhitzen. Optional 1 EL Öl zugeben. Schweinebauchstücke portionsweise anbraten, bis sie rundum Farbe nehmen und Fett auslässt (ca. 5–7 Minuten). Nicht zu früh wenden – gutes Brataroma = mehr Tiefe. Schulterwürfel zufügen und 2–3 Minuten mitrösten.
- Paste „ausbraten“: Hitze auf mittel reduzieren, die Currybasis in den Topf geben und 2–3 Minuten rühren, bis sie deutlich duftet und sich kleines Öl absetzt. Dieser Moment ist wichtig: Die Gewürze entfalten sich, ohne zu verbrennen. Wenn es trocken wirkt, 1–2 EL vom ausgelassenen Fett oder einen Schluck Wasser einrühren.
- Aromen zugeben: Ganze Knoblauchzehen und Schalotten einrühren, 1 Minute mitgehen lassen. Mit 400 ml Wasser/Brühe aufgießen, sodass das Fleisch gerade bedeckt ist.
- Abschmecken – die „Dreifaltigkeit“: Tamarindenpaste, Fischsauce, Palmzucker und optional dunkle Sojasauce einrühren. Kurz abschmecken: Du willst jetzt schon eine balancierte Basis – süß, sauer, salzig. Keine Sorge, Feinschliff kommt später.
- Sanft schmoren: Auf leises Simmern stellen, Deckel halb aufgelegt, 75–90 Minuten garen. Ziel: zartes, aber nicht zerfallendes Fleisch. Rühre alle 15–20 Minuten um. Falls zu flüssig, die letzten 20 Minuten offen reduzieren, bis die Sauce sämig und glänzend ist. Richtige Konsistenz? Ein Löffelrücken soll sich dünn, sirupartig überziehen.
- Finale Aromen: Ingwerstreifen und – falls vorhanden – eingelegte Knoblauchzehen plus 1 EL ihrer Flüssigkeit zugeben. Weitere 10–15 Minuten sanft köcheln. Der frische Ingwer bringt das typische Hang‑Lay‑Aroma – nicht weglassen!
- Feinschliff & Ruhe: Abschmecken: mehr Tamarinde für Frische, mehr Palmzucker für Rundung, ein paar Tropfen Fischsauce für Tiefe. Vom Herd nehmen und 10 Minuten ruhen lassen – dabei entspannt sich das Fett und die Sauce setzt sich perfekt.
Tipps für Perfektion
- Zwiebeln glasig statt braun: Erscheinen Schalotten leicht durchsichtig, sind sie „glasig“ – genau richtig. Werden sie braun, war die Hitze zu hoch.
- Tamarindenstärke beachten: Paste variiert je nach Marke. Starte mit 2 EL, taste dich vor. Lieber nachsäuern als überziehen.
- Meal‑Prep‑King: Am nächsten Tag schmeckt Gaeng Hang Lay noch besser. Die Gewürze haben dann geheiratet – echtes Hochzeitscurry.
- Kein Tamarind im Haus? Übergangsweise 2 EL Apfelessig + 1 TL Zitronensaft + 1 TL Zucker mischen. Authentischer bleibt es mit Tamarinde.
- Beilagen: Klebreis (sticky rice) oder Jasminreis, dazu Gurkenscheiben oder frische Kräuter (Koriander).
Warum du dieses Rezept lieben wirst
Dieses Gaeng‑Hang‑Lay‑Rezept vereint alles, was Nordthailand so besonders macht: zart geschmortes Schweinebauch‑Glück, die lebendige Süß‑Sauer‑Balance von Tamarinde und Palmzucker, dazu die warmen Gewürznoten, die über Myanmar in die Lanna‑Küche kamen. Und das Beste: Du brauchst keine Kokosmilch – die Sauce wird trotzdem seidig und aromatisch.
Servieren & Aufbewahren
- Servieren: Mit Reis und frischen Ingwerstiften toppen. Ein paar Spritzer der Knoblauch‑Einlegeflüssigkeit geben einen authentischen Kick.
- Aufbewahren: Gekühlt 4–5 Tage haltbar, einfrieren bis zu 3 Monate. Beim Aufwärmen mit einem Schluck Wasser lösen, bis die Sauce wieder glänzt.
Quellen
Mehr zur Herkunft, Tradition und Gewürzbasis von Gaeng Hang Lay findest du hier: Wikipedia – Kaeng hang le ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Kaeng_hang_le?utm_source=openai)) · Rezeptdetails, Technik und Video‑Einblicke: Hot Thai Kitchen – Gaeng Hung Lay ([hot-thai-kitchen.com](https://hot-thai-kitchen.com/gaeng-hung-lay/?utm_source=openai)) · Enzyklopädischer Überblick (Alternativnamen, Varianten): Ahaan‑Thai: Thai Food Encyclopedia – Gaeng Hung Lay ([ahaan-thai.de](https://www.ahaan-thai.de/en/index/g/gaeng-hung-lay/?utm_source=openai)).



