Einleitung
Wer einmal Pad Kra Pao in einer Garküche in Bangkok gegessen hat, vergisst dieses Duftfeuerwerk nie: pfeffrige Basilikumblätter, Chili, Knoblauch – und obenauf ein Spiegelei mit knusprigen Rändern. Dieses thailändische Wokgericht ist Alltagssoulfood, das in Minuten gelingt und trotzdem wie ein kleiner Kurzurlaub schmeckt.
Was ist Pad Kra Pao?
Pad Kra Pao (auch Pad Krapow geschrieben) ist ein thailändisches Pfannengericht, bei dem gehacktes Fleisch mit Knoblauch, Chili und heiligem Basilikum (Holy Basil) scharf angebraten und mit einer herzhaft-süß-salzigen Sauce glasiert wird. Dazu gibt’s Jasminreis und – ganz klassisch – ein Spiegelei mit knusprigem Rand. Es ist schnell, kräftig gewürzt und unschlagbar duftend.
Zutaten (für 2–4 Personen)
– 300–400 g Schweinehack (alternativ Hähnchenhack, Putenhack oder fein gehackte Pilze/Tofu für vegetarisch)
– 3–4 Knoblauchzehen
– 2–5 Thai-Chilis (Bird’s Eye), je nach gewünschter Schärfe
– 1 Handvoll Holy Basil (heiliges Basilikum), Blätter gezupft (ca. 20–30 g)
– Optional: 80 g grüne Bohnen, in 1 cm Stücke geschnitten
– 2–3 EL neutrales Öl (z. B. Erdnuss- oder Rapsöl)
– 1–2 EL Wasser oder Hühner-/Gemüsefond
– Für die Sauce: 1 EL helle Sojasauce, 1 EL Austernsauce (oder vegane Pilz-Austernsauce), 1 TL dunkle Sojasauce für Farbe, 1 TL Fischsauce (für vegetarisch weglassen), 1 TL Palmzucker oder brauner Zucker
– Zum Servieren: 2–4 Eier (für Spiegeleier), frisch gekochter Jasminreis, Limettenspalten nach Wunsch
Vorbereitung: Mise en Place mit Wok-Flow
– Reis kochen: Jasminreis rechtzeitig aufsetzen, er soll fertig sein, wenn das Wokgericht vom Herd kommt.
– Chili & Knoblauch: Beides grob hacken und mit einer Prise Salz in einem Mörser zu einer groben Paste zerstoßen. Kein Mörser? Einmal kurz im Mini-Chopper pulsieren.
– Basilikum: Blätter zupfen, waschen und gut trocken schleudern – Nässe killt Wok-Hitze.
– Sauce: Alle Saucenzutaten in einer kleinen Schale verrühren; Zucker darin auflösen. So hast du später volle Kontrolle und vermeidest Überwürzen im Wok.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1) Wok oder große Pfanne stark vorheizen: 2–3 Minuten auf hoher Hitze, bis sie richtig heiß ist. Tipp: Ein Tropfen Wasser sollte zischen und sofort verdampfen.
2) Öl und Aromaten: Öl hineingeben, dann sofort die Chili-Knoblauch-Paste zufügen. 10–15 Sekunden rühren, bis es intensiv duftet – nicht bräunen lassen, sonst wird’s bitter. Wenn’s zu heiß wird, die Pfanne kurz anheben.
3) Fleisch anbraten: Hackfleisch in die Pfanne geben, mit dem Pfannenwender flachdrücken, 30–45 Sekunden in Ruhe anrösten, dann kräftig zerteilen und rührbraten. Ziel: leichte Röstaromen, saftig innen. Optional jetzt die grünen Bohnen zugeben und 1 Minute mitbraten.
4) Glasieren: Die vorbereitete Sauce angießen. 30–60 Sekunden rühren, bis das Fleisch gleichmäßig überzogen ist. Ein Schuss Wasser/Fond sorgt für die richtige Konsistenz: Die Sauce soll das Hack glänzend ummanteln, nicht am Boden stehen. Wenn sie zu schnell einreduziert, Hitze kurz reduzieren und einen weiteren Schluck Wasser zufügen.
5) Basilikum unterheben: Herd aus oder Hitze deutlich reduzieren, Basilikumblätter einwerfen und 10–20 Sekunden unterheben, bis sie gerade eben zusammenfallen. Nicht totkochen – so bleibt das pfeffrig-ätherische Aroma erhalten.
6) Spiegelei mit Crispy-Edge: In einer kleinen Pfanne 0,5 cm Öl stark erhitzen. Ein Ei direkt hineingleiten lassen. Mit einem Löffel heißes Öl über das Ei träufeln, bis die Ränder knusprig „zusammenfransen“ und die Dotter noch weich ist (ca. 45–60 Sekunden). Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Pro Portion ein Ei.
7) Anrichten: Jasminreis in Schüsseln oder tiefen Tellern verteilen, Pad Kra Pao darüberlöffeln, Spiegelei obenauf setzen. Wer mag, serviert dazu „Prik Nam Pla“ (gehackte Chili in Fischsauce) und eine Limettenspalte.
Tipps, damit es wie in Thailand schmeckt
– Die richtige Basilikumsorte: Holy Basil (Thai: Bai Krapao) ist pfeffrig und leicht herb. Kein Ersatz zur Hand? Mische Thai-Süßbasilikum mit ein paar Minzblättern für mehr „Punch“ – es ist nicht identisch, aber näher dran als nur Süßbasilikum.
– Hitze ist alles: Brate in kleinen Mengen. Wenn die Pfanne überfüllt ist, kocht das Hack im eigenen Saft und es fehlen die Röstaromen.
– Schärfe dosieren: Starte mit 2 Chilis, probiere und arbeite dich hoch. Die Sauce balanciert die Schärfe, aber du bestimmst das Feuer.
– Konsistenz der Sauce: Sobald sie am Pfannenboden sirupartig schmiert und das Fleisch glänzt, ist sie perfekt. Zu trocken? Ein Esslöffel Wasser hilft – immer nur schluckweise.
– Meal-Prep: Die Sauce kannst du vorab mixen, Chili & Knoblauch schon am Morgen mörsern (fest verschlossen im Kühlschrank). Dann steht dein Essen in unter 10 Minuten auf dem Tisch.
Varianten & Beilagen
– Proteinwechsel: Hähnchenhack ist klassisch, Schwein besonders saftig. Vegetarisch/vegan: feingehackte Austernpilze + Tofu, dazu Sojasauce und vegane Austernsauce, Fischsauce weglassen.
– Extra Crunch: Kurz in neutralem Öl frittierte Thai-Basilikumblätter (5–10 Sekunden) als knuspriges Topping.
– Beilagen: Einfacher Gurkensalat, etwas frischer Koriander oder ein Spritzer Limette runden das Gericht ab.
Quellen & weiterführende Infos (SEO): Wikipedia – Phat kaphrao • Wikipedia – Holy Basil (Ocimum tenuiflorum) • Hot Thai Kitchen – Pad Kra Pao Guide



