Wenn in thailändischen Küchen der Magen knurrt und der Kühlschrank fast leer ist, kommt oft ein Retter auf den Tisch: Kai Jeow – das thailändische Omelett. Es zischt im heißen Öl, bläht sich spektakulär auf und landet goldbraun neben dampfendem Jasminreis – schlicht, schnell und unfassbar gut.
Zutaten (für 2 Personen als Hauptgericht oder 4 als Beilage)
- 4 große Eier
- 1–1,5 TL Fischsauce (für eine vegane/vegetarische Variante: helle Sojasauce)
- 1 TL Limettensaft oder milder Reisessig (optional – macht die Eier extra fluffig)
- 1 TL Reis- oder Maisstärke (optional – für noch knusprigere Ränder)
- 2 EL kaltes Wasser oder Sprudelwasser
- 200–300 ml neutrales Pflanzenöl (z. B. Raps- oder Erdnussöl) zum Frittieren in der Pfanne
- Zum Servieren: gekochter Jasminreis, Thai-Sriracha oder Prik Nam Pla (Fischsauce mit Chili), Frühlingszwiebelringe, Gurkenscheiben
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Reis kochen: Starte – falls noch nicht geschehen – mit dem Jasminreis. Kai Jeow schmeckt am besten frisch aus der Pfanne direkt zum Reis.
- Eier aufschlagen: Eier in eine Schüssel geben, Fischsauce, Limettensaft (optional), Stärke (optional) und Wasser/Sprudel hinzufügen. Mit einer Gabel oder einem Schneebesen 30–40 Sekunden kräftig aufschlagen, bis die Mischung sichtbar schaumig ist. Der Schaum bringt Luft in die Masse – das sorgt später für Volumen.
- Öl erhitzen: In einem kleinen Wok oder einer Pfanne mit höheren Rändern ca. 1–1,5 cm hoch Öl erhitzen. Ziel ist mittelhohe bis hohe Hitze (ca. 175–185 °C). Kein Thermometer? Tipp: Einen Tropfen Eimasse ins Öl geben – wenn er sofort sprudelnd aufschäumt und an der Oberfläche tanzt, ist es heiß genug.
- Eier eingießen – aus Höhe! Halte die Schüssel 20–30 cm über die Pfanne und gieße die Eimasse auf einmal ins heiße Öl. Durch den kleinen „Sturzregen“-Effekt bläht sich das Omelett auf und bildet die typischen fransig-knusprigen Ränder. Vorsicht vor Spritzern – Abstand halten!
- Kurz ansetzen lassen: Lass das Omelett 20–40 Sekunden ungestört frittieren, bis die Unterseite tief goldbraun ist. Du hörst ein lebhaftes Knistern – das ist gut. Wenn die Ränder knusprig und die Mitte gerade eben gestockt sind, ist Zeit zum Wenden.
- Wenden wie ein Profi: Mit zwei Pfannenwendern das Omelett behutsam drehen. Keine Panik, wenn es dabei etwas ungleichmäßig wird – die „zerklüfteten“ Kanten sind gewollt. Die zweite Seite weitere 15–30 Sekunden braten, bis auch sie goldbraun ist.
- Abtropfen und servieren: Auf einem Gitter oder Küchenpapier kurz abtropfen lassen. Heiß mit Jasminreis servieren, nach Belieben mit Sriracha beträufeln oder zu Prik Nam Pla reichen. Frühlingszwiebel und Gurke sorgen für Frische.
Woran erkenne ich die perfekte Konsistenz?
Die Ränder sollen wie Spitzen-Spiralen abstehen und hörbar knuspern, die Mitte darf saftig bleiben – nicht trocken, aber auch nicht flüssig. Wenn das Omelett beim Anschneiden leicht federt, hast du alles richtig gemacht.
Tipps, Tricks & Varianten
- Öltemperatur im Griff: Ist das Öl zu kalt, saugt sich das Omelett voll Fett und wird schwer. Ist es zu heiß (starker Rauch), werden die Ränder zu dunkel, bevor die Mitte gar ist. Lieber 1–2 Testtropfen der Eimasse opfern.
- Weniger Öl? Geht auch: Du kannst statt „Pfannenfrittieren“ eine beschichtete Pfanne mit 2–3 EL Öl nutzen. Das Ergebnis ist etwas flacher und weniger „puffig“, aber immer noch köstlich.
- Füllungen: Klassiker sind gehacktes Schweinefleisch (Kai Jeow Moo Sap), Krabben oder Thunfisch aus der Dose. Auch Frühlingszwiebel, rote Zwiebelwürfel oder Chili in Ringen passen super. Wichtig: Nicht überladen – 2–3 EL Einlage reichen, sonst fällt das Omelett zusammen.
- Vegetarisch/vegan: Fischsauce durch helle Sojasauce ersetzen. Für veganen Geschmackskick 1–2 TL helle Sojasauce + 1/2 TL helle Miso- oder Bohnenpaste verwenden.
- Soßen-Idee: Prik Nam Pla (Fischsauce + Limettensaft + gehackte Thai-Chilis + etwas Zucker) ist der schnelle, authentische Dip – salzig, scharf, sauer und perfekt zu eiigem Umami.
- Meal-Prep: Reste schmecken kalt im Reis-Sandwich oder in Streifen geschnitten im Thai-Salat. Zum Aufwärmen kurz in der Pfanne knuspern lassen – die Mikrowelle macht es weich.
Dieses Kai-Jeow-Rezept ist Streetfood-Feeling in Rekordzeit: wenige Zutaten, volles Aroma und ein Wow-Moment, wenn die Eimasse im heißen Öl aufgeht. Genau das macht thailändische Alltagsküche so liebenswert.
Quellen & weiterführende Infos (Thai Omelett, Technik & Varianten): Serious Eats – Khai Jiao (Thai-Style Omelet) Recipe; Hot Thai Kitchen – Authentic Thai Omelette (Kai Jiew).



