Wenn in Bangkok der Regen auf die Dächer trommelt, wird es in den Garküchen extra gemütlich – und aus vielen Töpfen duftet es nach Gaeng Keow Wan Gai, dem legendären grünen Thai‑Curry mit Huhn. Dieses Rezept bringt dir genau dieses Gefühl nach Hause: cremige Kokosmilch, frische Kräuter und eine Schärfe, die dich freundlich anlächelt, bevor sie zärtlich zupackt.
Zutaten (für 3–4 Portionen)
Für das Curry:
– 400 ml vollfette Kokosmilch (gut geschüttelt)
– 2 EL Kokosöl (oder der feste, cremige Teil der Kokosmilch)
– 3–4 EL grüne Currypaste (je nach Schärfetoleranz)
– 450 g Hähnchenschenkel ohne Knochen, in mundgerechte Stücke
– 200 g Thai‑Auberginen, geviertelt (Alternative: 1 kleine Zucchini + 150 g Bambussprossen, in Stiften)
– Optional: 2–3 EL Erbsen‑Auberginen (für extra Biss)
– 6–8 Makrut‑Limettenblätter (Kaffir), 2 davon sehr fein in Streifen
– 1–1,5 EL Palmzucker (oder brauner Zucker)
– 1,5–2 EL Fischsauce
– 150–200 ml Hühnerfond oder Wasser
– 1 Handvoll Thai‑Basilikum (horapha), Blätter gezupft
– 1 rote milde Chili, in feinen Streifen (Deko)
– Frisch gekochter Jasminreis zum Servieren
Küchengeräte:
– Wok oder großer, breiter Topf
– Holzlöffel/Spatel, scharfes Messer, Schneidebrett
Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung
1) Vorbereitung mit Aroma‑Turbo: Makrut‑Limettenblätter entadern (Mittelrippe herausziehen). Zwei Blätter hauchdünn in Streifen schneiden – die kommen ganz am Ende als duftendes Topping dazu. Thai‑Basilikum zupfen und kurz kalt abspülen. Tipp: Basilikum erst kurz vor dem Einsatz waschen, sonst verliert es Aroma.
2) „Cracken“ der Kokosmilch: Wok/Topf auf mittlere bis mittelhohe Hitze stellen. Kokosöl und 3–4 EL der dickeren Kokosmilch hineingeben. 1–2 Minuten sanft köcheln, bis sich kleine Ölaugen zeigen. Genau das willst du: Die Emulsion „bricht“, das Fett trennt sich – perfekte Bühne, um die Currypaste zu rösten.
3) Currypaste anrösten: Currypaste in die heiße Kokosbasis rühren. Unter Rühren 2–3 Minuten braten, bis es intensiv kräuterig und leicht nussig duftet. Wenn die Paste „spuckt“, ist die Feuchtigkeit weitgehend verdampft – Aromenzeit! Tipp: Klebt die Paste, einen weiteren Löffel Kokosmilch zugeben, nicht Wasser.
4) Abschmecken im Fundament: Palmzucker und Fischsauce einrühren, 30 Sekunden rühren, bis der Zucker schmilzt. Jetzt entsteht das Grundgerüst aus würzig, pikant und dezent süß.
5) Huhn saftig garen: Hähnchenstücke und 4–6 ganze Makrut‑Blätter (leicht angedrückt) dazugeben, alles mit der Paste ummanteln. Restliche Kokosmilch plus 150 ml Fond/Wasser zugießen. Auf mittlerer Hitze leise köcheln (kein starkes Kochen!) und 8–10 Minuten garen, bis das Huhn gerade durch und zart ist. Tipp: Zart bleibt’s, wenn es nur simmert – große Blasen machen das Fleisch trocken.
6) Gemüse auf den Punkt: Thai‑Auberginen (und optional Erbsen‑Auberginen/Bambus) einrühren. Weitere 3–5 Minuten köcheln, bis die Auberginen knapp weich, aber noch bissfest sind. Konsistenzcheck der Soße: Sie sollte cremig vom Löffelrücken laufen und dünne Spuren hinterlassen. Zu dick? Mit etwas Wasser/Fond lockern. Zu dünn? 2–3 Minuten ohne Deckel einköcheln.
7) Frische final einbauen: Topf vom Herd ziehen. Thai‑Basilikum unterheben, es soll nur zusammenfallen, nicht kochen. Mit roter Chili und den feinen Makrut‑Streifen bestreuen. Jetzt final abschmecken: Ein Spritzer Fischsauce bringt mehr Tiefe, eine Prise Palmzucker rundet Kanten. Balance ist der Schlüssel.
8) Servieren: Mit dampfendem Jasminreis servieren. Jede Portion sollte etwas von allem haben: saftiges Huhn, zarte Auberginen, Basilikumduft, cremig‑grüne Soße.
Tipps & Tricks für Einkauf und Ersatz
– Currypaste: Gute Pasten haben klare Kräuternoten (Zitronengras, Galgant) und eine frische Schärfe. Wenn deine Paste milder ist, nimm ½–1 EL mehr. Wer nur Supermarktware bekommt, kann 1 TL Shrimp‑Paste (oder 1 TL Fischsauce extra) und 1–2 fein geschnittene Basilikumblätter mit anrösten, um Tiefe zu gewinnen.
– Thai‑Auberginen: Sie bringen leichte Bitterkeit und Biss. Keine gefunden? Kombiniere Zucchini (zart) mit Bambussprossen (knackig) für ähnliche Texturkontraste.
– Makrut‑Limettenblätter: Unersetzlich für das typische Zitrusaroma. Tiefgekühlt fast so gut wie frisch. Notlösung: 1 TL sehr fein abgeriebene Limettenschale plus 1–2 Tropfen Limettenöl – sparsam dosieren.
– Schärfe steuern: Schärfer wird’s durch mehr Currypaste oder ein paar fein geschnittene grüne Thai‑Chilis beim Anrösten. Milder durch etwas mehr Kokosmilch und einen Hauch Palmzucker.
– Konsistenz retten: Wird’s zu fettig, 2–3 EL Wasser einrühren und kurz köcheln. Wird’s zu blass, 1–2 TL Paste zusätzlich kurz in einem separaten Pfännchen mit etwas Kokosmilch „cracken“ und einarbeiten.
Servieren & Aufbewahren
– Beilagenliebe: Klassisch mit Jasminreis; auch köstlich zu weichem Roti oder dünnen Reisnudeln (Khanom Jeen).
– Meal‑Prep: Abgedeckt im Kühlschrank 2–3 Tage haltbar; beim Aufwärmen mit etwas Wasser lockern und Basilikum frisch ergänzen.
Quellen & weiterführende Links (SEO):
– Wikipedia – Green curry (Hintergrund & Begriffserklärung): https://en.wikipedia.org/wiki/Green_curry
– Serious Eats – Gaeng Khiao Waan Gai (Technik des „Crackens“ & Ablauf): https://www.seriouseats.com/gaeng-khiao-waan-gai-thai-green-curry-with-chicken-recipe-5189726
– Hot Thai Kitchen – Green Thai Curry Recipe (Praxistipps zu Paste & Gemüse): https://hot-thai-kitchen.com/green-curry-new-2/



