Gestern sah ich die Live-Übertragung der königlichen Trauerprozession für Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Bajrakitiyabha Narendiradebyavati. Seine Majestät der König und Ihre Majestät die Königin begleiteten die königliche Leiche zur Phiman Rattaya Thronhalle. Als die Live-Kamera das königliche Fahrzeug fokussierte und den Gesichtsausdruck von Seiner Majestät dem König zeigte, wurde mir eine tiefe Erkenntnis bewusst: „Dies ist nicht nur ein Verlust für die Nation, sondern die immense Trauer eines Vaters, der um die Tochter trauert, deren Wachstum er über Jahrzehnte beobachtet hatte.“ Unzählige Menschen sind mit den Bildern Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Bajrakitiyabha aufgewachsen — von vielen Thailändern liebevoll „Ong Bha“ genannt. Als älteste königliche Tochter war sie elegant, widerstandsfähig und tief in ihrer Arbeit im Bereich des Rechts, des Militärs und der Hilfe für die Unterprivilegierten engagiert. Doch hinter diesen königlichen Ehren sieht man durch die diversen Fotos und Momente, die häufig in der Öffentlichkeit erschienen, eine andere Seite, die die Menschen immer miterlebten: die warme Beziehung zwischen Ihrer Königlichen Hoheit und seiner Majestät König Rama X., die schlicht und schön die von „Vater und Kind“ widerspiegelte. Seit ihrer Kindheit haben zahlreiche Fotos Momente der Nähe zwischen den beiden festgehalten: von der gemeinsamen Arbeit an königlichen Pflichten bis hin zu privaten Familienmomenten. Die kleine Prinzessin von damals wuchs allmählich auf, umgeben von diesen öffentlichen Einblicken in ihre enge Beziehung bei vielen Gelegenheiten. Im Laufe der Zeit wurde die kleine Prinzessin von damals zu einer begabten königlichen Anwältin, Diplomatin und Offizierin der weiblichen Streitkräfte und arbeitete bei verschiedenen offiziellen Anlässen an der Seite Seiner Majestät des Königs. In den vergangenen Jahrzehnten widmete sich Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Bajrakitiyabha der juristischen Arbeit, der sozialen Entwicklung und der Unterstützung der am Rande stehenden Menschen – insbesondere der Förderung der Rechte von weiblichen Gefangenen und Kindern sowie der Unterstützung von Menschen, die Fehler im Leben gemacht hatten, damit sie mit Würde und einer besseren Lebensqualität wieder in die Gesellschaft integriert werden konnten. Auf internationaler Ebene war sie in juristischen und justiziellen Kreisen weithin anerkannt. Sie wurde zur UNODC-Botschafterin für das Recht und die Strafjustiz ernannt und repräsentierte Thailand bei großen internationalen Konferenzen, bei denen sie mehrfach Hauptrednerin war. Durch ihre einfache Art, ihr Engagement für ihre Pflichten und ihre Hingabe für das Gemeinwohl wurde sie von vielen Menschen, sowohl in Thailand als auch im Ausland, tief geliebt und respektiert. Vielleicht war es für einen Vater ein stiller Stolz und eine Freude zu sehen, wie seine kleine Tochter zu einer wertvollen königlichen Dame und Stütze der Nation heranwuchs, die ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zum Wohle anderer einsetzte – eine Freude, die keine Worte bedurfte, jenseits dieses Anblicks. Ein Bild, das vielen noch lebhaft in Erinnerung bleibt, ist ihr von tiefer Trauer geprägtes Gesicht während der Krankheit Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Bajrakitiyabha. Dieses Bild ließ viele erkennen, dass ungeachtet der hohen Position eines Monarchen oder der schweren königlichen Pflichten, die Verbindung zwischen einem Vater und seinem Kind etwas ist, das immer das Herz berührt. In einem anderen Bild fingen die warmen Lächeln und Blicke, die sie tauschten, einen Moment des einfachen Glücks ein, als wollten sie daran erinnern, dass familiäre Liebe nicht von Rängen oder königlichen Titeln abhängt. Denn am Ende war er, bevor er ein König war, ein Vater. Und bevor sie eine Prinzessin mit großen Verantwortungen war, war „Ong Bha“ eine Tochter, die in familiären Bindungen aufwuchs, wie jeder andere Mensch auch. Vielleicht ist es genau das, was diese Bilder so tief in vielen Menschen resonieren lässt. Unter den königlichen Gewändern, Auszeichnungen und allen Ehren sahen die Menschen vielleicht nur eine der gewöhnlichsten und doch schönsten Geschichten der Welt: Die Geschichte eines Vaters, der seine Tochter von ganzem Herzen liebte. Und vielleicht war der Grund, warum das gestrige Bild eines Gesichts voller Trauer so viele Herzen berührte, dass die Menschen in diesem flüchtigen Moment nicht nur einen König sahen, der das Staatsoberhaupt ist. Sie sahen das Herz eines Vaters.





