Manche Gerichte schaffen genau das, was gutes Essen können soll: Sie machen schon beim ersten Duft gute Laune. Pla Rad Prik, knusprig gebratener Fisch mit einer glänzenden süß-sauer-scharfen Sauce, ist in Thailand so ein Klassiker – festlich, alltagstauglich und dabei überraschend gut zuhause nachzukochen.
Warum Pla Rad Prik ein besonderes Thai-Rezept ist
Wenn du Thai-Küche liebst, aber einmal etwas anderes als Curry oder Nudelgerichte kochen möchtest, ist dieses Thai-Fisch-Rezept eine wunderbare Wahl. Das Spannende an Pla Rad Prik: Hier treffen knusprige Textur, frische Kräuter und eine Sauce aufeinander, die gleichzeitig fruchtig, würzig, salzig und leicht scharf schmeckt. Genau dieses Spiel der Aromen macht thailändische Küche so besonders.
Für den Blog habe ich das Gericht alltagstauglich formuliert: statt eines ganzen frittierten Fisches bereiten wir Filets in der Pfanne zu. Das ist deutlich einfacher, sauberer und gerade für Anfänger entspannter – geschmacklich bleibt der Charakter des Gerichts aber wunderbar erhalten.
Zutaten für 2–4 Personen
Für den Fisch:
- 500–700 g weiße Fischfilets, z. B. Kabeljau, Wolfsbarsch, Seelachs oder Tilapia
- 2 EL Speisestärke
- 1 EL Reismehl oder Weizenmehl
- 1/2 TL Salz
- etwas weißer Pfeffer
- 3–4 EL neutrales Öl zum Braten
Für die Thai-Chili-Tamarinden-Sauce:
- 3–4 Knoblauchzehen
- 1 kleines Stück Korianderwurzel oder ersatzweise die unteren Stiele von Koriander
- 1–2 milde rote Chilischoten
- 1 kleine Thai-Chili oder mehr nach Schärfewunsch
- 2 1/2 EL Tamarindenpaste oder Tamarindensaft
- 1 1/2 EL Fischsauce
- 2–3 EL Palmzucker oder brauner Zucker
- 120 ml Wasser
- 1 TL Öl
Zum Servieren:
- frischer Koriander
- Jasminreis
- optional fein geschnittene rote Chili
- optional Gurkenscheiben oder gedämpftes Gemüse als frische Beilage
Zubereitung: So gelingt Pla Rad Prik auch Anfängern
Bevor du loslegst, lohnt sich ein kleiner Vorbereitungsschritt: Lege alle Zutaten bereit und schneide schon alles klein. In der thailändischen Küche geht vieles schnell, sobald die Pfanne heiß ist. Wenn du dann erst noch Knoblauch suchen oder Sauce abmessen musst, wird es unnötig hektisch.
Als Erstes tupfst du die Fischfilets gründlich trocken. Das ist kein unwichtiger Nebenschritt, sondern einer der entscheidenden Tricks für eine schöne Kruste. Je trockener der Fisch, desto besser haftet die Stärke-Mischung und desto knuspriger wird das Ergebnis. Mische dann Speisestärke, Mehl, Salz und etwas weißen Pfeffer auf einem Teller und wende die Filets darin. Es reicht eine dünne, gleichmäßige Schicht – der Fisch soll nicht dick paniert sein, sondern nur eine feine, knusprige Hülle bekommen.
Jetzt bereitest du die Sauce vor. Hacke Knoblauch, Korianderwurzel oder Korianderstiele sowie die roten Chilis sehr fein. Wenn du es besonders aromatisch magst, kannst du alles mit einem Mörser grob zerstoßen. Dadurch werden die ätherischen Öle freigesetzt und die Sauce schmeckt runder. Verrühre Tamarinde, Fischsauce, Zucker und Wasser in einer kleinen Schüssel. Die Mischung darf jetzt noch sehr flüssig wirken – beim Kochen zieht sie später leicht an.
Erhitze nun eine große Pfanne auf mittlerer bis mittelhoher Stufe und gib das Öl hinein. Lege die Fischfilets erst in die Pfanne, wenn das Öl wirklich heiß ist. Ein guter Test: Wenn du ein winziges Krümelchen von der Stärke hineingibst und es sofort leicht zischt, passt die Temperatur. Brate den Fisch auf der ersten Seite einige Minuten, ohne ihn ständig zu bewegen. Genau das ist der Trick für eine schöne goldene Kruste. Wenn du zu früh wendest, kann die Oberfläche aufreißen. Erst wenn sich das Filet fast von selbst vom Pfannenboden löst, ist es bereit zum Umdrehen.
Je nach Dicke braucht die erste Seite etwa 3 bis 5 Minuten, die zweite meist etwas weniger. Der Fisch ist fertig, wenn er außen goldbraun und innen gerade eben saftig gegart ist. Nimm ihn aus der Pfanne und halte ihn kurz warm, zum Beispiel auf einem Teller im leicht geöffneten Ofen bei niedriger Temperatur.
Für die Sauce wischst du die Pfanne kurz aus oder nimmst einen kleinen Topf. Gib 1 TL Öl hinein und brate Knoblauch, Koriander und Chili bei mittlerer Hitze für etwa 30 Sekunden an. Wichtig: nicht zu dunkel werden lassen. Knoblauch soll duften, aber nicht bitter werden. Genau dieser Moment, wenn es intensiv aromatisch riecht und der Knoblauch leicht golden wird, ist perfekt. Gieße dann die vorbereitete Tamarindenmischung dazu.
Lass die Sauce nun einige Minuten sanft köcheln. Anfangs wirkt sie noch dünn, doch der Zucker beginnt sich zu lösen und die Flüssigkeit bekommt langsam Glanz. Die richtige Konsistenz ist erreicht, wenn die Sauce leicht sirupartig wird und einen Löffel dünn überzieht. Sie soll nicht klebrig wie Karamell sein, aber deutlich voller und glänzender als zu Beginn. Falls sie zu stark eindickt, gib einfach 1 bis 2 Esslöffel Wasser dazu. Wenn sie dir zu sauer schmeckt, hilft ein wenig mehr Zucker; fehlt Salz und Tiefe, genügen ein paar Tropfen Fischsauce.
Jetzt kommt der schönste Moment: Richte die knusprigen Fischfilets auf einer Platte oder direkt auf Tellern an und löffle etwas Sauce darüber. Den Rest kannst du daneben oder rundherum verteilen. So bleibt ein Teil der Kruste knusprig, während sich an anderen Stellen die Sauce mit dem Fisch verbindet – genau dieser Kontrast macht Pla Rad Prik so gut. Garniere das Gericht mit frischem Koriander und nach Wunsch mit fein geschnittener roter Chili.
Serviere den Fisch am besten sofort mit duftendem Jasminreis. Auch ein paar frische Gurkenscheiben oder schlicht gedämpftes Gemüse passen hervorragend dazu, weil sie die kräftige Sauce schön ausbalancieren. Wenn du Gäste beeindrucken möchtest, ist dieses thailändische Fischgericht übrigens ein echter Geheimtipp: Es sieht spektakulär aus, schmeckt nach Restaurantküche und ist doch mit etwas Ruhe absolut machbar.
Mein letzter Tipp: Hab beim ersten Mal keine Angst vor kleinen Abweichungen. Thai-Küche lebt von Balance. Wenn dein Pla Rad Prik am Ende ein bisschen süßer, schärfer oder saurer ist, ist das kein Fehler – sondern genau die Art von persönlicher Note, die ein Rezept zu deinem eigenen macht.
Quellen: Authentisches Pla Rad Prik Rezept bei Hot Thai Kitchen · Grundlagen thailändischer Saucen bei Hot Thai Kitchen · Fischsauce in der Thai-Küche verstehen


