Europa erlebt eine der schlimmsten Hitzewellen seit Jahren. Besonders in Frankreich steigen die Temperaturen in vielen Gebieten auf 40-42 Grad Celsius. Behörden haben die höchste Warnstufe „Rot“ für 49 Bezirke ausgerufen, die mehr als 35 Millionen Menschen betreffen. Diese Hitze sorgt nicht nur am Tage für Probleme, sondern bleibt auch nachts bestehen, was zur vermehrten Nutzung von natürlichen Wasserstellen zur Abkühlung führt.
Allerdings endete diese Abkühlung in einem tragischen Wochenende. Laut dem französischen Katastrophenschutzzentrum sind mindestens 13 Menschen am Wochenende beim Schwimmen ertrunken. Allein am Sonntag starben zehn Menschen, während in der Region Île-de-France weitere zwei Todesfälle am Abend gemeldet wurden, darunter ein 13-jähriges Mädchen. Die extreme Hitze trieb viele Menschen zu ungesicherten Wasserstellen, was zur Tragödie führte.
Der Sprecher der Zivilschutzbehörde, Jérôme Boulanger, appellierte dringend an die Menschen, sich durch Duschen zu erfrischen, anstatt Flüsse oder Seen ohne Überwachung zu betreten. Auch beim Versuch, Ertrinkende zu retten, sollte auf professionelle Hilfe durch die Notrufnummern 18 oder 112 zurückgegriffen werden, um weitere Unfälle zu vermeiden.
Der öffentliche Verkehr in Frankreich kann sich ebenfalls der Hitze nicht entziehen. In Paris und Umgebung wurden rund 10 % aller Zugverbindungen vorsorglich gestrichen, da die hohe Temperatur alten Schienen und Geräten schaden könnte. Um die Fahrgäste zu unterstützen, werden über 400.000 Flaschen Wasser an sie verteilt.
Auch das Schulwesen ist betroffen: Das Bildungsministerium hat die Schließung oder Anpassung der Stunden von fast 2.700 Schulen angeordnet, um Schüler vor Hitzeschäden zu schützen. Schulen sind oft nicht klimatisiert genug, um Temperaturen über 40 Grad Celsius zu bewältigen, was Kinder dazu zwingt, zu Hause zu bleiben.
In Spanien wurde ebenfalls die bisherige Rekordtemperatur überschritten. In San Sebastián wurden 40 Grad gemessen, was fast das Doppelte des üblichen Mittels ist. Trotz Sonnenuntergang bleibt es weiterhin unerträglich heiß, mit Nachttemperaturen zwischen 25-30 Grad Celsius, die den Schlaf beeinträchtigen.
Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere leiden unter diesen extremen Bedingungen. Ein Tierhilfscenter in Belgien, Creaves, hat allein in den letzten drei Tagen über 150 hitzegeschädigte Wildtiere aufgenommen, vor allem Schwalben und Spatzen. In manchen Dachböden steigen die Temperaturen auf 50-60 Grad Celsius, was viele junge Vögel dazu zwingt, das Nest zu verlassen.
Klimadaten zeigen, dass Europa jetzt der Kontinent mit der stärksten Erhöhung der Durchschnittstemperaturen im Vergleich zur historischen Norm ist. Mit einem Anstieg von 4,1 Grad Celsius übertrifft Europa sowohl Asien als auch Nordamerika deutlich. Diese Hitzewelle ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern ein deutliches Signal für den dramatisch fortschreitenden Klimawandel weltweit.



