Manche Gerichte brauchen kein großes Tamtam – sie überzeugen schon mit dem ersten Duft aus der Pfanne. Pad See Ew, die beliebten thailändischen Reisbandnudeln mit Sojasauce, Ei und knackigem Gemüse, ist genau so ein Wohlfühlgericht: herzhaft, leicht rauchig und wunderbar unkompliziert.
Was ist Pad See Ew?
Pad See Ew gehört zu den klassischen Nudelgerichten der thailändischen Küche und ist vor allem als schnelles Streetfood- und Alltagsgericht bekannt. Typisch sind breite Reisnudeln, die in einer heißen Pfanne oder im Wok mit heller und dunkler Sojasauce, Ei, Knoblauch, Fleisch und chinesischem Brokkoli gebraten werden. Das Ergebnis ist ein aromatisches, leicht karamellisiertes Nudelgericht mit genau der richtigen Mischung aus Würze, Röstaromen und sanfter Herzhaftigkeit – perfekt für alle, die Thai-Food lieben und zuhause etwas Authentisches kochen möchten.
Zutaten für 2–4 Personen
- 400 g breite frische Reisbandnudeln
- 250 g Hähnchenbrust oder Hähnchenschenkel ohne Knochen
- 2 Eier
- 200–250 g chinesischer Brokkoli (Kai Lan) oder alternativ Brokkoli plus etwas Pak Choi
- 3 Knoblauchzehen
- 3 EL neutrales Öl
- 2 EL helle Sojasauce
- 1 EL dunkle Sojasauce
- 1–2 TL Zucker
- 1 Prise weißer oder schwarzer Pfeffer
Optional zum Servieren: Chiliflocken, eingelegte Chilischoten in Essig, Limettenspalten.
Zubereitung: So gelingt Pad See Ew auch Anfängern
Bevor du den Herd anschaltest, lohnt sich wie bei fast allen Wokgerichten ein kurzer Mise-en-place-Moment: also erst alles vorbereiten, dann braten. Das ist bei Pad See Ew besonders wichtig, weil die einzelnen Schritte schnell gehen und du später keine Zeit mehr hast, in Ruhe Gemüse zu schneiden oder Saucen abzumessen.
Starte mit den Nudeln. Falls du frische Reisbandnudeln verwendest, löse sie vorsichtig mit den Fingern voneinander. Arbeite dabei behutsam, denn die breiten Nudeln reißen leicht. Wenn sie sehr fest oder kalt aus dem Kühlschrank kommen, lass sie kurz auf Zimmertemperatur kommen. So werden sie geschmeidiger und lassen sich später leichter schwenken. Sollten die Nudeln etwas zusammenkleben, ist das normal – wichtig ist nur, große Klumpen möglichst zu trennen.
Als Nächstes schneidest du das Hähnchen in dünne, mundgerechte Stücke. Dünne Scheiben garen schneller und bleiben saftiger. Den chinesischen Brokkoli wäschst du gründlich und schneidest ihn in Stücke von etwa 3 bis 4 Zentimetern. Dickere Stiele kannst du längs halbieren, damit alles gleichmäßig gart. Den Knoblauch schälst du und hackst ihn fein.
Jetzt bereitest du die Sauce vor. Vermische in einer kleinen Schüssel helle Sojasauce, dunkle Sojasauce und Zucker. Die helle Sojasauce bringt die salzige Würze, während die dunkle Sojasauce für die typisch tiefbraune Farbe und eine milde Süße sorgt. Genau diese Kombination macht Pad See Ew geschmacklich so unverwechselbar.
Erhitze nun einen Wok oder eine große, schwere Pfanne auf mittlerer bis hoher Stufe. Gib 1 bis 2 Esslöffel Öl hinein. Sobald das Öl heiß ist, kommt der gehackte Knoblauch in die Pfanne. Lass ihn nur wenige Sekunden anbraten, bis er duftet. Er sollte leicht goldgelb werden, aber nicht dunkelbraun – verbrannter Knoblauch schmeckt schnell bitter.
Gib jetzt das Hähnchen dazu und brate es unter Rühren an. Nach etwa 1 bis 2 Minuten sollte es außen nicht mehr rosa sein. Es muss an diesem Punkt noch nicht komplett fertig gegart sein, denn es kommt später noch einmal mit den Nudeln in Kontakt mit der Hitze.
Nun folgen die Nudeln und das Gemüse. Reduziere die Hitze leicht, wenn deine Pfanne sehr heiß ist. Gib die Reisbandnudeln zusammen mit dem chinesischen Brokkoli in den Wok und gieße sofort die vorbereitete Sauce darüber. Jetzt kommt der wichtigste Tipp: nicht wild rühren. Breite Reisnudeln sind empfindlich. Hebe sie lieber mit einem Pfannenwender oder einer Zange von unten nach oben und falte sie vorsichtig um. So verteilst du Sauce und Hitze, ohne dass die Nudeln zerreißen oder zu einem klebrigen Block werden.
Lass die Nudeln 1 bis 2 Minuten braten und achte darauf, wie sie die Sauce aufnehmen. Wenn die Oberfläche schön glänzt und die Nudeln gleichmäßig gebräunt aussehen, bist du auf dem richtigen Weg. Falls alles zu trocken wirkt, kannst du einen kleinen Schuss Öl ergänzen. Zu viel Flüssigkeit solltest du allerdings vermeiden, sonst wird das Gericht eher gedämpft als gebraten – und genau die leichten Röstaromen machen ein gutes Pad See Ew Rezept aus.
Schiebe die Nudeln anschließend an eine Seite der Pfanne. Gib, falls nötig, noch ein wenig Öl auf die freie Fläche und schlage dort die Eier hinein. Lass sie einige Sekunden stocken und verrühre sie dann grob. Sobald sie halb gestockt sind, mischst du sie unter die Nudeln. So entstehen kleine, saftige Eierstücke, die sich wunderbar mit den Reisnudeln verbinden.
Jetzt darf die Hitze noch einmal etwas höher sein. Brate alles für weitere 30 bis 60 Sekunden, damit sich ein feiner, leicht rauchiger Wok-Geschmack entwickelt. Genau in dieser Phase bekommt das Gericht seinen typischen Charakter. Würze zum Schluss mit einer Prise Pfeffer und probiere kurz. Wenn du magst, kannst du noch ein wenig helle Sojasauce ergänzen – aber vorsichtig, denn Pad See Ew lebt von Balance und sollte würzig, nicht überladen schmecken.
Serviere die thailändischen Reisbandnudeln sofort, am besten direkt aus der Pfanne auf vorgewärmten Tellern. Besonders lecker schmeckt dazu etwas Chiliessig oder ein paar Chiliflocken, wenn du dem Gericht noch mehr Kick geben möchtest. Wer mag, serviert zusätzlich eine Limettenspalte dazu – nicht traditionell zwingend, aber sehr fein für einen frischen Kontrast.
Tipps für perfektes Pad See Ew zuhause
Wenn du keinen Wok hast, funktioniert auch eine große beschichtete Pfanne oder eine gusseiserne Pfanne. Wichtig ist vor allem, nicht zu viele Zutaten auf einmal hineinzugeben, damit sie wirklich braten und nicht nur weich werden. Frische breite Reisnudeln sind ideal, aber notfalls kannst du auch getrocknete verwenden – dann solltest du sie nach Packungsanleitung garen und sehr vorsichtig weiterverarbeiten. Chinesischer Brokkoli bringt den authentischsten Geschmack, doch auch normaler Brokkoli ist eine gute Alternative für die heimische Küche.
Quellen: Authentic Thai Pad See Ew Recipe – Hot Thai Kitchen | Authentic Thai Pad See Ew Recipe – Eating Thai Food


