Europa erlebt derzeit eine beispiellose Hitzewelle und Dürre, die zu einem dramatischen Rückgang der Wasserstände in vielen Flüssen geführt hat. Besonders betroffen ist die Donau, der zweitlängste Fluss Europas, der sich durch zehn Länder zieht. Der Wasserstand hat historische Tiefststände erreicht und damit jahrhundertealte Geheimnisse preisgegeben, die unter der Wasseroberfläche verborgen waren.
In der ungarischen Hauptstadt Budapest misst der nationale Wasserprognosedienst den Donau-Pegel nur noch auf 23 Zentimetern. Diese extremen Bedingungen verdeutlichen die durch menschliches Handeln verursachte Klimakrise, durch die die Verdunstungsrate deutlich schneller ist als normal.
Wenn das Wasser zurückgeht, werden archäologische Beweise sichtbar. In Ruse, einer Stadt im Norden Bulgariens, wurde ein „altes Mammut-Fossil“ entdeckt. Es umfasst einen Unterkiefer, zwei Stoßzähne und Rippen, die zurzeit getestet werden, um weitere Informationen zu bestätigen.
Auch in Serbien wurden Relikte entdeckt, darunter ein „Nazi-Kriegsschiff-Wrack“ aus dem Zweiten Weltkrieg. Kroatien beobachtete, wie die sinkenden Wasserstände die Struktur des Frachtschiffs „Fulton“ offenbarten, das 1937 beim Kohletransport unterging.
Der niedrige Wasserstand hat auch den Tourismus stark beeinträchtigt. Zahlreiche Kreuzfahrtschiffe mussten storniert oder umgeleitet werden. In Bulgarien mussten 186 Touristen von einem Kreuzfahrtschiff evakuiert werden, da es aufgrund des niedrigen Wasserstands auf einer Sandbank in der Nähe von Vidin auflief.
Die Situation in Novi Sad, Serbien ist kritisch. Der Wasserstand der Donau hat sich bis zu 15-20 Meter vom ursprünglichen Ufer entfernt, wodurch viele kleine Schiffe und Frachtschiffe an Land gestrandet sind. Die Wassermengen im Juli fielen auf etwa 33% des normalen Durchschnitts, was erhebliche Bedenken hinsichtlich der Logistiksysteme in der Region aufwirft.
















