Im März 2015 wurden die Besucher einer Ausstellung in Ungarn von einer Entdeckung überrascht, die weltweit für Aufsehen sorgte. Vor ihnen stand eine über tausend Jahre alte chinesische Buddha-Statue. Doch nicht die künstlerische Schönheit dieser Statue machte sie berühmt, sondern das, was sich im Inneren verbarg. Eine CT-Scan-Untersuchung offenbarte, dass sich im Inneren der Statue der mumifizierte Körper eines Mönchs befand, der seit über einem Jahrtausend in der Lotusposition erhalten geblieben war. Anstelle von inneren Organen fanden sich viele Fragmente von altem chinesischen Papier. Diese Entdeckung zählt zu den größten archäologischen Mysterien des 21. Jahrhunderts.
Kurz nach der Enthüllung behaupteten Dorfbewohner eines kleinen Ortes in der chinesischen Provinz Fujian, die Statue sei vor 20 Jahren aus ihrem Dorf gestohlen worden. Man glaubte, dass der ‚Zhanggong Zushi‘, eine berühmte Figur für Heilung und buddhistische Lehren, in der Statue verewigt wurde. Die Statue war seit der Song-Dynastie im 12. Jahrhundert im Dorf beheimatet. Im Dezember 1995 war sie spurlos verschwunden.
In den Jahren 2014–2015 wurde die Statue in Europa ausgestellt und von niederländischen Forschern mit modernster medizinischer Technologie untersucht. Der CT-Scan offenbarte die mumifizierten Überreste eines Mönchs in Meditationshaltung und ersetzte innere Organe durch beschriftetes altes Papier. Experten vermuten, dass Selbstmumifizierung, wie sie in Asien bekannt ist, bei diesem Mönch zum Einsatz kam, konnten dies jedoch nicht abschließend bestätigen.
Im Jahr 2015 erkannten die Dorfbewohner von Yangchun die Statue im Fernsehen. Sie verglichen alte Fotos und lokale Dokumente mit der ausgestellten Statue in Europa. Chinesische Kulturbehörden begannen offiziell zu ermitteln und bestätigten die Identität der Statue als die gestohlene.
Ein grenzüberschreitender Rechtsstreit folgte, bei dem die Bewohner und chinesische Behörden die Rückgabe der Statue forderten. Im Jahr 2020 entschied ein Gericht in Fujian zugunsten der Rückgabe, doch die Durchführung gestaltete sich schwierig. Aufgrund internationaler Rechtsstreitigkeiten bleibt die Statue bis heute in Privatbesitz im Ausland.
Interessanterweise ist diese Buddha-Statue einer der wenigen Fälle weltweit, in denen menschliche Überreste in religiösen Statuen gefunden wurden. Reste von altem Papier im Inneren sind für Archäologen wegen möglicher antiker Riten von großem Interesse. Bis 2026 bleibt die Statue mit der Mumie im Inneren eines der bekanntesten unerfüllten Restitutionsfälle Chinas.



